Berlin (ots) –

In mehr als der Hälfte der besonders von Armut und Hunger betroffenen Familien im Globalen Süden sind Tiere die Basis der kleinbäuerlichen Landwirtschaft. Esel, Rinder, Ziegen, Schweine und Hühner halten als Lasttiere und Nahrungsquelle die Systeme der Selbstversorgung aufrecht. In Folge der Inflation durch den Krieg gegen die Ukraine, der Corona-Pandemie und der sich in vielen Regionen verschärfenden Klimakrise nimmt die Bedeutung der Tiere aktuell sogar noch zu.

„Doch wo Nahrungsmittel- und Hungerkrisen jetzt Menschenleben bedrohen, wird eine tiergerechte Versorgung immer schwieriger“, sagt Katharina Kohn, Geschäftsführerin der Welttierschutzgesellschaft (WTG) in Berlin. Daraus folgten immenses Tierleid durch Unterversorgung, sich ausbreitende Krankheiten und das frühzeitige Sterben der Tiere. Für die Menschen gehe dadurch die Perspektive auf nachhaltige Hilfe verloren: „Mit dem Verlust der Tiere stehen viele vor dem Nichts.“

Tierwohl sicherzustellen sei eine grundlegende Notwendigkeit für nachhaltige Entwicklung: „Die oftmals gravierenden Leiden der Tiere müssen gelindert werden. Sie sind fühlende Wesen und auf eine Versorgung durch den Menschen angewiesen“, so Kohn weiter. Gleichzeitig werde dadurch auch den Menschen geholfen, da nur gesunde Tiere die Menschen durch die Krisen bringen könnten.

Reaktion der Bundesregierung unzureichend

Als Reaktion auf die bedrohliche Situation im Globalen Süden will Landwirtschaftsminister Cem Özdemir Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bei der Bewältigung der Krise helfen. Entwicklungsministerin Svenja Schulze setzt sich dafür ein, dass Entwicklungsländer ihre Nahrungsmittel verstärkt selbst produzieren, um widerstandsfähiger gegen Krisen zu werden. Die Rolle von Nutztieren wird dabei aber auch von der Bundespolitik bisher nicht berücksichtigt, wenngleich deren Einsatz im Rahmen von Projekten sogar gefördert wird. Kohn appelliert: „Es braucht dringend auch von Seiten der Bundesregierung umfangreiche Tierschutz-Maßnahmen.“

Die Welttierschutzgesellschaft bietet in einer Vielzahl weltweiter Projekte in Schwellen- und Entwicklungsländern wie Indien und Südafrika sowie in Ostafrika akute Hilfe durch tiermedizinische Versorgung sowie Trainings für Tierhalter*innen. „Dabei zeigt sich immer wieder, welch essentielle Bedeutung die Verbesserung der Lebensbedingungen der Tiere hat“, sagt Kohn. Angesichts der sich verschärfenden Situation setzt sich der Verein auch hierzulande im Rahmen der Kampagne „Tiere mitdenken“ für politisches Handeln ein: „Die zuständigen Minister*innen der Bundesregierung müssen Tiere bei der Planung der Maßnahmen zur Ernährungssicherung mitdenken. Ohne Mittel für den Tierschutz können Hilfsmaßnahmen nicht nachhaltig sein“, so Katharina Kohn.

Die konkreten Forderungen, die die Welttierschutzgesellschaft auch durch eine Petition an die Bundespolitik stellt, sind auf folgender Website aufgeführt: https://welttierschutz.org/petition/tiere-mitdenken/

Beispiele aus der Projektarbeit in Indien, Südafrika und mehreren Staaten Ostafrikas, die eine gute Praxis verdeutlichen: https://welttierschutz.org/tiere-mitdenken-gute-praxis.

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