Teurer Strom: Deutschland braucht Sonne aus Spanien

Aber hinter den Kulissen tobt ein Kampf um die Energiequellen. Wenn es nach den Energiekonzernen geht, soll dem raschen Ökoenergieausbau in Deutschland ein Riegel vorgeschoben und mehr auf Sonnenstrom etwa aus Spanien gesetzt werden.

In Deutschland würde dann weniger Ökostrom produziert und die Konzerne könnten ihre Marktmacht stärken. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU ) will da aber nicht mitmachen. Er kündigt an, für die deutsche Erneuerbare-Energien-Branche kämpfen zu wollen.

Röttgen verweist darauf, dass bei einer Harmonisierung in der EU Deutschland den Sonnenstrom aus Spanien oder Italien subventionieren würde. Selbst in der Union wird eingeräumt, dass man sich so auch von Stromimporten abhängig mache. Zudem fehlen grenzüberschreitend erst recht Netze. 200 Milliarden Euro sind laut EU allein bis 2020 für die europäische Energieinfrastruktur nötig.

Wird der Energiemarkt europäischer, müsste die Bundesregierung hier wohl tief in die Tasche greifen. Mehr dezentrale Lösungen und Energieeinsparen – etwa durch computergesteuerten Verbrauch – würden weniger neue Leitungen notwendig machen.

Der Chef der Erneuerbaren-Sparte von RWE, Fritz Vahrenholt, verweist allerdings süffisant darauf, dass die Solarförderung in Deutschland so effektiv sei wie eine Förderung in Alaska. Denn beide kämen auf eine Sonneneinstrahlung von rund 800 bis 1.000 Stunden pro Jahr, während es in Spanien 3.000 Stunden sind. Für Vahrenholt ist gerade die Photovoltaik in Deutschland ein teurer Irrweg. (SAZ, dpa; Foto: SAZ)

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