Terror in Madrid: Illegale Abschiebung nach Marokko? “Rafá Zouhier entlassen”

Der Marokkaner Rafá Zouhier war zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, weil er nach Ansicht des Gerichts den islamistischen Terroristen bei der Beschaffung des Sprengstoffs für die Anschläge am 11. März 2004 geholfen hatte.

Seine Strafe galt in der Nacht zum Sonntag als verbüßt. Wie aus dem Madrider Innenministerium verlautete, wurde der ehemalige Spitzel der spanischen Polizei von den Sicherheitskräften aus dem Gefängnis der südspanischen Stadt Cádiz nach Marokko gebracht. Sein Anwalt bezeichnete die Abschiebung als illegal. Zouhier hatte vor Gericht bestritten, mit den Madrid-Attentaten etwas zu tun gehabt zu haben.

Bei der größten Terroraktion in der spanischen Geschichte waren 191 Menschen getötet und fast 1900 verletzt worden. Die sieben mutmaßlichen Haupttäter sprengten sich drei Wochen nach den Anschlägen selbst in die Luft, als sie von der Polizei umstellt waren. Zouhier und 20 weitere Angeklagte wurden 2007 in einem «Jahrhundertprozess» zu Haftstrafen zwischen drei und mehr als 40 000 Jahren verurteilt.