Technische Profile: Deutsches Museum und Ostermann sorgen für klare Kanten

Gut 100 Mitarbeiter in zwei Dutzend Werkstätten bauen und restaurieren in München die vielfach einzigartigen Exponate. Tausende Besucher bummeln täglich durch das Museum mit 73 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche – derweil schrauben, tüfteln und basteln in gut 25 Werkstätten mehr als 100 Museumsmitarbeiter an neuen Exponaten oder restaurieren alter Stücke.

«Das ist einzigartig, was wir da haben», sagt Modellbauer Wolfgang Heinrich. Bildhauer, Drucker, Schreiner, Schlosser, Klempner, Schneider, Maurer, Maler, Musikinstrumentenbauer, Buchbinder, Elektriker, Restauratoren, Grafiker und IT-Experten arbeiten in den Werkstätten zusammen, die laut Heinrich zu den größten eines Museums weltweit zählen.

Das Deutsche Museum, eins der weltgrößten naturwissenschaftlich-technischen Museen und mit fast 1,5 Millionen Besuchern im Jahr das meistbesuchte Deutschlands, hat rund 100 000 Exponate. Bis zu seinem 100. Geburtstag 2025 soll der 85 Jahre alte Bau auf der Museumsinsel – mit Hilfe von Bundesmitteln – für 400 Millionen Euro komplett überholt werden.

Ostermann gehört zu den Firmen, die die Exponate der Zukunft fabrizieren. Als Pionier hat das Unternemen die ersten Kanten ins Handwerk gebracht. Heute liefert der Kantenspezialist Europas größtes Kantensortiment. In dieser Zeit hat sich die Kante vom einfachen Spanplatten-Abschluss zum Hightech Produkt entwickelt.

Der Hintergrund: In den 50er Jahren beginnt mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland die industrielle Fertigung von Spanplatten und damit auch die Geschichte der Kante. Zunächst verdeckte man die sichtbaren Schnittkanten mit dünnem Holzfurnier oder schmalen Holzkanten. Mit der Entwicklung von lackierfähigen Spanplatten und Spanplatten mit Oberflächen aus PVC-Folie, entstanden Grundier- und Dünn-PVC Kanten.

Mitte der 80er Jahre werden auch in der industriellen Küchenmöbelfertigung PVC-Dickkanten verarbeitet und die ersten Kantenanleimmaschinen kommen ins Tischler-/Schreiner-Handwerk. Die Lack- und Leimhandlung Ostermann sieht in dem Material für das Handwerk großes Potenzial und beginnt in den 80er Jahren mit dem Verkauf von Kunststoffkanten an Tischler/Schreiner. Bereits damals wird der Grundstein für den heutigen Ostermann Service für technische Profile gelegt: Ein festes Kanten-Lagerprogramm geliefert ab 1 Meter! Zunächst umfasst das Sortiment 15 Farben und 2 Dekore. Die Nachfrage jedoch ist gigantisch und so steigt das Angebot rasch.

In den Jahren 2001/2002 ersetzt Ostermann den Werkstoff PVC durch den zukunftsfähigen Kunststoff ABS. Die Kunststoffkante hat sich nicht zuletzt durch das intensive Engagement von Ostermann im europäischen Handwerk durchgesetzt. Die Ostermann Plattenverbundliste wird immer umfangreicher und entwickelt sich vom komplexen Datensatz zum dicken Kantenkatalog und schließlich zu Europas größtem Online-Shop für Kanten.