Tausende bitten um Hilfe – und zittern vor neuem Regen

Denn jetzt müssen die Schäden, die die Gota fría verursacht hat, in Geld umgerechnet werden – und die Regierung muss die betroffenen Zonen zu Katastrophengebieten erklären, um Hilfsleistungen wie Steuererleichterungen gewähren zu können.

Der Bürgermeister von Vergel, Miguel González, kommt nach Angaben der Zeitung „Información“ auf mehr als 10 Millionen Euro, die es seine Gemeinde kosten wird, alles wieder herzurichten. Rund 250 Wohnungen sind nach seiner Schätzung in ihrer Substanz beschädigt, Abriss ist nicht ausgeschlossen. Fast alle obdachlos gewordenen Bürger Vergels sind mittlerweile bei ihren Verwandten untergekommen, nur für acht von ihnen werden noch Unterkünfte gesucht.

In der gesamten Marina Alta werden leicht 100 Millionen gebraucht. Wie hoch der Schaden in Calpe ist, kann derzeit noch niemand absehen – noch immer steht Wasser den Straßen. Auch Jaume Ivars, Bürgermeister von Els Poblets, wollte noch keine Schätzung abgeben. 400 Häuser seiner Gemeinde standen und stehen unter Wasser. Auch in Javea gehen die Schäden leicht in die Millionen, in Denia stehen noch rund 30 Häuser unter Wasser. Auch in Alfaz del Pi werden immer noch Keller ausgepumpt. In Benitatxell, Gata, Orba und Alcanalí entstanden schlimme Schäden in der Landwirtschaft.

400 Euro pro beschädigtem Quadratmeter Wohnfläche – Warten auf den neuen Regen

Die Regierung in Valencia hat angekündigt, Flutopfern 400 Euro Soforthilfe pro beschädigtem Quadratmeter Wohnfläche bereit zu stellen. In allen Rathäusern der betroffenen Gebiete wurden Büros eröffnet, die Schadensmeldungen aufnehmen. Seit Montag knubbeln sich dort die Menschen, jeder will als Erster an der Reihe sein.

Unterdessen warten die Menschen auf neuen Regen. Nachdem die angekündigten Wassermassen am Montag ausblieben, verdichtet sich die Regenwahrscheinlichkeit auf Dienstag und Mittwoch – am Donnerstag soll der Regenspuk dann nachhaltig vorbei sein. Das sagen jedenfalls die Wetterexperten.