Tapas – Kleine spanische Häppchen mit großem Genussfaktor

Tapas sind das perfekte Essen für einen Abend mit Freunden und eignen sich außerdem hervorragend als Fingerfood. Bildquelle: Andrei Bortnikau – 490104130 / Shutterstock.com

Die kleinen feinen spanischen Tapas sind inzwischen europaweit bekannt und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Ganz egal ob simpel mit Manchego-Käse und Chorizo oder etwas aufwendiger mit Papas arrugadas und selbstgemachter Aioli, Tapas sind einfach lecker! Aber woher kommen die Häppchen eigentlich und was genau war nochmal Manchego? Die Antworten auf diese und weitere Fragen gibt’s in diesem Artikel.

Was sind Tapas?

Tapas sind kleine Appetithäppchen, die typischerweise zu Wein gereicht werden. Sie können aber auch zu Bier oder Sherry gegessen werden. Die Häppchen entsprechen den im Nahen Osten und östlichen Mittelmeer gebräuchlichen Mezedes, die zum Beispiel in Griechenland gereicht werden. Ursprünglich wurden Tapas kostenlos zu Wein oder Bier gereicht, oft in Form von Erdnüssen, Kartoffelchips oder Oliven. Heute sind es eher kleine Gerichte, die meist in Bodegas angeboten werden. Die Häppchen eignen sich ideal, um Verschiedenes zu probieren und so die spanische Küche kennenzulernen.

In verschiedenen Provinzen und Gegenden Spaniens können die Tapas auch unter anderem Namen angetroffen werden. In Sevilla heißen sie zum Beispiel convida, im Baskenland sind sie unter dem Namen poteo bekannt. Alifara werden die Häppchen in Aragon und Navarra genannt.

Woher kommen Tapas?

Tapas kommen aus Spanien, klar, aber irgendwer muss ja auf die Idee für die Häppchen gekommen sein. Um den Ursprung des spanischen Gerichts ranken sich verschiedene Geschichten. Einige Erklärungen sind simpel, zum Beispiel sollen spanische Feldarbeiter Häppchen gegessen haben, um die Zeit bis zur nächsten Hauptmahlzeit zu überbrücken. Andere Erklärungen beinhalten die Anwesenheit eines Königs und sind wesentlich interessanter.

Tapas als Heilmittel

König Alfons X. von Kastilien litt laut Überlieferung an einer Krankheit. Um sein Gebrechen zu heilen, wurde ihm ans Herz gelegt, zwischen den Mahlzeiten kleine Häppchen und Wein zu sich zu nehmen. Dem König ging es zusehends besser und so verfügte er, dass in Zukunft Wein nur noch getrunken werden durfte, wenn kulinarische Kleinigkeiten, die Tapas, dazu gegessen wurden.

Tapas zum Schutz von alkoholischen Getränken

Auf einer seiner Reisen soll König Alfonso XIII in einer Bodega Rast gemacht haben, um einen Sherry zu genießen. In dem Moment, in dem der Kellner den Sherry servierte, kam ein Windstoß vom Meer herein und wirbelte Staub auf. Um das königliche Getränk vor dem Schmutz zu schützen, legte der schlaue Kellner schnell eine Scheibe Schinken auf das Sherry-Glas. Und so waren die Tapas geboren, denn Tapa ist spanisch und bedeutet soviel wie Deckel. Die Tapa-Deckel wurden im Laufe der Zeit immer weiterentwickelt und schnell variierte man zwischen einer Scheibe Brot, einem Deckel, der mit Oliven beschwert wurde oder eben Schinken. Damit jeder Kellner Wein und Sherry vor Wind und Fliegen schütze, erließ der König ein Dekret und machte das Servieren von Tapas zu alkoholischen Getränken zur Pflicht.

Traditionelle Sherry-Verkostung mit Tapas.

Früher wurden alkoholische Getränke wie Sherry mit Schinken oder Brotscheiben abgedeckt, um sie vor Fliegen und Staub zu schützen. Bildquelle: stockcreations – 393881581 / Shutterstock.com

Von Aioli bis Albondigas – typische Tapas

Eine Aufzählung sämtlicher Tapas ist kaum zu leisten. Aus diesem Grund haben wir die wahrscheinlich bekanntesten Tapas ausgesucht und stellen ein paar davon in diesem Beitrag vor. Da Tapas früher kostenlose Häppchen zum Wein waren, finden sich in der langen Liste der Tapas auch simple Varianten:

  • Erdnüsse oder in Öl geröstete Mandeln
  • Kartoffelchips
  • Getrocknete Früchte
  • Naturbelassene und eingelegte Oliven
  • Chorizo und spanischer Schinken
  • Manchego-Käse

Manchego-Käse und Chorizo

Der spanische Manchego kommt, wie die Chorizo ursprünglich auch, aus La Mancha. Er wird durch die Herkunftsbezeichnung D.O. Queso geschützt. Hergestellt wird der Käse aus roher oder pasteurisierter Kuhmilch. So erlangt er sein typisches, angenehm säuerliches bis pikantes Aroma. Die Rinde ist typischerweise grauschwarz, wird vor dem Verkauf aber meistens entfernt.

Manchego-Käse wird auf einem spanischen Markt verkauft.

Die grauschwarze Rinde ist typisch für den spanischen Manchego-Käse. Bildquelle: Jeanne Emmel – 742366366 / Shutterstock.com

Bei der Chorizo handelt es sich um eine spanische Rohwurst, die nicht nur in Tapas, sondern auch in Eintöpfen oder der landestypischen Paella serviert wird. Die typisch rote Farbe kommt von dem beigemengten Paprikapulver, das auch für den würzigen Geschmack sorgt. Hergestellt wird die spanische Wurst aus dem Fleisch schwarzer Schweine.

Tapas zum satt werden

Käse, Oliven und Schinken sind eher Begleiter zu Wein oder Bier, als eine Mahlzeit zum satt werden. Zum Glück hält die spanische Küche noch mehr Leckereien bereit. Von den allseits bekannten Datteln im Speckmantel, über Stücke von frittiertem Fisch, bis hin zu Gambas in Olivenöl und Knoblauch. Die verschiedenen Tapas bieten etwas für jeden Geschmack. Fleischliebhaber sollten unbedingt Albondigas probieren, das sind Hackfleischbällchen in feuriger Tomatensauce. Außerdem gibt es meist eine große Auswahl unterschiedlich belegter Weißbrotscheiben sowie:

  • Pimientos de Padrón: Die grünen Paprikaschoten werden in Olivenöl gebraten und anschließend mit grobem Meersalz bestreut. Die Besonderheit der Schoten ist deren variable Schärfe. Jede zehnte etwa soll besonders scharf sein.
  • Aioli: Die Knoblauchcreme besteht vor allem aus Knoblauch, Olivenöl und Gewürzen. Oft wird sie auch als Knoblauchmayonnaise bezeichnet, weil sie in Konsistenz und Geschmack ähnlich ist.
  • Papas Arrugadas: Für dieses Tapa werden kleine Kartoffeln in reichlich Salz gekocht. Sind die Kartoffeln gar, werden sie bei niedriger Hitze so lange getrocknet, bis sie runzelig sind und die Salzkruste zu sehen ist.
Spanische Tapas von Chorizo bis zu frittiertem Fisch.

Tapas sind nicht nur ein Snack zu Wein oder Bier, sondern können auch ein wahres Festmahl sein! Bildquelle: Tono Balaguer – 375849493 / Shutterstock.com

Tapas genießen und Fernsucht wecken

Wo lassen sich Tapas wohl am besten genießen? Selbstverständlich in Spanien. Wer aber erstmal keine weite Reise auf sich nehmen will, der kann die spanischen Häppchen auch zu sich nach Hause holen. Online gibt es zahlreiche Rezepte zu den unterschiedlichsten Tapas und auch viele Kochbücher haben sich den kleinen Leckerbissen gewidmet. Keine Lust auf selbst kochen? Da Tapas sich immer größerer Beliebtheit erfreuen, gibt es in vielen Städten bereits Tapas-Restaurants. Also nichts wie los, Tapas vernaschen und Spanien-Feeling genießen.

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