Streit zwischen Air Berlin und Balearen-Regierung spitzt sich zu

Der Streit zwischen der Fluggesellschaft Air Berlin und den autonomen Behörden der Balearen hat am Samstag einen deutlich bösen Ton angenommen. 

Airline-Chef Joachim Hunold hatte in einem Artikel im Bordmagazin seiner Gesellschaft Kritik an den Balearen-Behörden geübt, da diese eine stärkere Nutzung der regionalen Sprache Catalán anstelle des Castellano genannten Spanischen verlangt hatten. 

In dem Artikel kritisierte Hunold diese Aufforderung mit den Worten: "Bisher dachte ich, dass wir in einem Europa ohne Grenzen leben." Ein früherer katalanischer Abgeordneter verbreitete daraufhin auf seinem Blog ein Logo von Air Berlin, das er mit einem Hakenkreuz verziert hatte. 

Catalán, Valenciano, Mallorquín – Rückfall ins Mittelalter? 

Hunold bezeichnete es in seinem Artikel als "Rückfall in mittelalterliche Kleinstaaterei", dass eine Abteilungsleiterin der balearischen Landesregierung in schriftlich um die Einführung von Catalán auf Flügen nach Mallorca gebeten hatte. 

Der Air-Berlin-Chef kritisierte, dass auf vielen Schulen der bei den Deutschen besonders beliebten Ferieninsel Spanisch mittlerweile als Fremdsprache gelehrt werde. Er merkte außerdem an, dass die ortsansässige Aussprache "Platscha del Palma" für den einst als "Playa de Palma" bekannten Strand "gewöhnungsbedürftig ist, und nicht eben an die Sprache eines Weltreichs erinnert". 

Air Berlin-Chef soll "um Vergebung bitten"

Der katalanische Ex-Abgeordnete Joán Puig Cordón verlangte daraufhin in seinem Blog, Hunold solle nach seinem "ungeheuerlichen Angriff" für seine Äußerungen "um Vergebung bitten". 

Air Berlins Spanien-Direktor Alvaro Middelmann sagte daraufhin der Tageszeitung "El Mundo", dieses Vorgehen werde Folgen haben. Air Berlin ist mit wöchentlichen Hunderten Direktflügen nach Mallorca die wichtigste Fluglinie auf der Baleareninsel. 

Warum beharren die einzelnen Regionen auf ihre Regionalsprache?

Während des Franco-Regimes war es strikt verboten, Catalán, Valenciano, Baskisch oder Galizisch zu sprechen. Wer es trotzdem tat, wurde verfolgt und hinter Gittern gesperrt, wenn er das "Vergehen", in seiner Regionalsprache zu reden, überhaupt überlebt hat. Francos Männer machten gerne schon einmal "kurzen Prozess". 

So ist es leicht zu erklären, dass heutzutage alle Spanier, die neben Castellano eine weitere offizielle Landessprache sprechen, sozusagen "von ihrem Recht Gebrauch machen". 

NEWS: Air Berlin weigert sich, Mallorcas Landessprache zu sprechen