Streik: Spritklau, Zigaretten knapp, Kneipen dicht

Die Konsequenzen des LKW-Streiks in Spanien betreffen mittlerweile nicht nur Tankstellen und Supermärkte. Auch Restaurants, Bars, Tabakläden und Apotheken sind betroffen. 

An Tag vier des Streiks sind in vielen Lokalen die Vorratskammern geschrumpft. 

A la Carte Gerichte sind oftmals nicht mehr verfügbar, Tagesmenüs werden mit weniger Zutaten zubereitet. 

In Tabakläden sind gängige Zigarettensorten ausverkauft, Raucher greifen jetzt auf “Billigmarken” zurück, um ihre Sucht zu befriedigen. 

Auch in den Apotheken sind erste Ausfälle zu spüren, speziell, wenn es um gängige Schmerz- oder Grippemittel geht. 

“Man hat Geld, kann es aber nicht ausgeben, weil es keine Waren gibt. Das erinnert schon fast an kommunistische Zeiten”, bemerken tschechische Urlauber gestern in einem Supermarkt in Alicante. 

Fährverkehr kommt zum Erliegen

Die Fährverbindungen zwischen dem spanischen Festland und den Balearen sind derzeit ebenfalls auf ein Minimum reduziert worden. Allein in Dénia mussten gestern über 30 Verbindung nach Ibiza gestrichen werden, weil das Benzin knapp war. Die Menschen warteten bis zu 18 Stunden in meterlangen Schlangen vor der Fähre und mussten sich gegebenenfalls um eine Nacht im Hotel bemühen. 

Die neueste Masche: Spritklau aus PKWs

Unglaublich, aber wahr. Mittlerweile muss man in Spanien vor Spritdieben gewappnet sein. Immer häufiger hört man von der Masche, mit einer einfachen Pumpe den Sprit aus Privatfahrzeugen abzuzwacken.

Tankdeckel sollten von daher gut verschlossen sein, beziehungsweise Fahrzeuge so geparkt werden, dass der Tandeckel nur schwer erreichbar ist. Das gilt besonders für Mietwagen in den Ferienregionen, die oft einen vollen Tank haben. 

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Die Lage auf den Straβen normalisiert sich

Immerhin – die Lage auf den spanischen Autobahnen hat sich heute weitestgehend normalisiert. Auch in Spaniens wichtigstem Groβmarkt Mercamadrid sind heute erste Lastwagen eingetroffen, nachdem gestern zumindest ein Teil der LKW-Verbände auf die Vorschläge der Regierung eingegangen ist. Zwar sind die Transporte nur ein Tropfen auf dem heiβen Stein, sorgen aber für eine Minimalversorgung. 

Die Folgen des LKW-Streiks werden einige Brummifahrer noch länger spüren: das Innenministerium rechnet mit bis zu 2.100 Punkten, die Fahrer infolge der Verkehrsverstöβe in den vergangenen Tagen verlieren.

Manch ein Führerschein dürfte auch für eine Weile eingezogen werden. 

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Unser Video zeigt den Streik der Brummifahrer in Valdemoro bei Madrid: