Von 2007 bis 2010 ging die Zahl der Festivals im ganzen Land um 34 Prozent auf 1700 zurück.

Die große Mehrheit der jungen Spanier suchen sich ihre Idole lieber bei den Popstars oder Fußballern als bei den Toreros. Lionel Messi ist eben beliebter als José Tomás. Und die Besucher der Stierkampfarenen sind überwiegend ältere Leute.

„Unser Problem ist nicht das Stierkampfverbot in Katalonien“, sagt Fernando Garrido, Generalsekretär eines Stierkämpferverbandes. „Wir haben es nicht verstanden, die jungen Leute anzusprechen.“

Experten machen auch die Züchter der Stiere für den Niedergang der Branche verantwortlich. „Der Kampfstier ist nicht mehr das, was er mal war“, schreibt der Stierkampfkritiker Antonio Lorca in der Zeitung «El País».

„Er ist – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nicht mehr ein mächtiges und stolzes Tier wie früher, sondern ein kranker Invalide, mit dem man nur Mitleid haben kann.“

Lorca führt das darauf zurück, dass die Züchter die Stiere so herrichteten, wie die Toreros es wünschten, denn die Stierkämpfer seien ihre Kunden.