Am 1. Januar tritt das Verbot in Kraft, dass das Parlament der nordostspanischen Region im Juli 2010 beschlossen hatte. Katalonien wird dann nach den Kanarischen Inseln die zweite Region in Spanien sein, in der Stierkämpfe untersagt sind.

Tierschützer feierten das Verbot des blutigen Spektakels damals als einen großen Erfolg. Allerdings hatten die Parlamentarier bei ihrer Entscheidung nicht allein an das Wohl der Tiere gedacht. Es spielten auch andere Motive eine Rolle. Katalanische Nationalisten betrachten den Stierkampf als etwas typisch Spanisches und sahen in dem Verbot eine Chance, zum ungeliebten Spanien auf Distanz zu gehen.

Dass es bei dem Verbot nicht allein um die Belange des Tierschutzes ging, zeigte sich auch daran, dass die Abgeordneten die umstrittene Tradition der Correbous von dem Verbot ausdrücklich ausnahmen. Dabei handelt es sich um Stiertreiben, die auf Volksfesten in bestimmten katalanischen Gemeinden stattfinden und bei denen Stiere auf verschiedene Weise gepiesackt werden. Die Regionalregierung erleichterte kürzlich sogar die Abhaltung solcher Feste.

Im übrigen Spanien lockt der Stierkampf noch immer Tausende von Fans an. Aber er steckt ebenfalls in einer schweren Krise. Die Zahl der Festivals ging seit 2007 um ein Drittel zurück.