Steuern 2015: Schärfere Regeln für Selbstanzeiger!

Jüngst berechnete der französische Ökonom Gabriel Zucman die Steuerschuld in den Steueroasen auf 4.700 Milliarden Euro. Das entspricht mehr als der jährlichen deutschen Wirtschaftsleistung. Rund dreißig Prozent davon liegen in der Schweiz. Wir möchten in diesem Artikel den Fall Hoeneß etwas näher betrachten und auf die neuen Reglungen der strafbefreienden Selbstanzeige eingehen.

Der Fall Hoeneß

Bild: Lediglich 34 Prozent der Befragten haben sich für einen Rücktritt des ehemaligen Aufsichtsrats-Vorsitzenden des FC Bayern ausgesprochen. Die überwiegende Mehrheit hielt dies nicht für notwendig. Bildquelle: Eigene Darstellung.

Ulrich Hoeneß ist den meisten wohl besser bekannt unter den Namen Uli. Monatelang beschäftigte der ehemalige Vorsitzende des Aufsichtsrats des FC Bayern München die Presse und Justiz mit dem durch den Stern entlarvten Steuerhinterziehungsskandal Anfang 2013. Konkret ging es um eine hinterzogene Summe in Höhe von 40 Millionen Euro. In einem lang angelegten Gerichtsverfahren wurde das Strafmaß auf dreieinhalb Jahre Gefängnis ohne Bewährung festgesetzt. Seine Steuerschulden hat der Unternehmer unlängst bezahlt. Nur wie kam es zur Steuerhinterziehung. Hoeneß hatte bei der Schweizer Bank Vontobel ein Konto mit denen er am Kapitalmarkt spekulierte. Vorrangig war er mit seinem zeitweise 400 Millionen schweren Konto auf dem Devisenmarkt aktiv. In Deutschland würde auf den Gewinn aus dem Handel mit Wertpapieren/Devisen die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent fällig werden. In der Schweiz blieben die Kapitalerträge unversteuert, was schließlich zur Verurteilung führte. Zudem war die Selbstanzeige von Herrn Hoeneß mit Fehlern behaftet, weshalb diese nicht Greifen konnte.

Bild: Knapp zwei Drittel der Bundesbürgen haben Uli Hoeneß verziehen. Im Gegensatz zu anderen Affären hat Herr Hoeneß beim Umgang mit der Presse und der Bevölkerung auch viel richtig gemacht. Bildquelle: Eigene Darstellung.

Nachdem der Fall Hoeneß aus den Schlagzeilen nicht mehr wegzudenken war, haben sich in den ersten drei Monaten 2014 rund 13.000 Personen selbst beim Finanzamt angezeigt. Im gleichen Vorjahreszeitraum sind dreimal weniger Selbstanzeigen eingegangen. Das bayrische Finanzministerium geht von Mehreinnahmen in Höhe von achtzig Millionen Euro aus. Hessen und der Finanzplatz Frankfurt am Main rechnen mit einer Nachzahlung von knapp sechzig Millionen Euro.

Selbstanzeige: Ab 2015 wird es ernst

In Spanien und in Deutschland gilt eine Verjährungsfrist von zehn Jahren. Ende September wurden durch die Bundesregierungen zahlreiche Änderungen der Abgabenordnung und des Einführungsgesetzes zur Abgabenordnung beschlossen. Eine Checkliste zur Selbstanzeige gibt es hier: http://www.steuerberater-muenchen.de/checkliste-zur-selbstanzeige.html.

Bild: Die Linken halten die Straffreiheit bei Steuerhinterziehung nicht für angemessen. Bei den Anhängern der CDU sind es immerhin fast vierzig Prozent die diese Vorgehensweise begrüßen. Die Gesamtstatistik offenbart allerdings, dass die neuen Regeln mehr als notwendig sind. Bildquelle: Eigene Darstellung.

Bis zum Jahr 2015 bleiben Selbstanzeigen bis zu einer Grenze von 50.000 Euro steuerfrei. Diese Grenze wird anschließend auf 25.000 Euro herabgesetzt. Wer Steuern von mehr als 100.000 Euro hinterzieht muss einen Strafzuschlag von 15 Prozent bezahlen. Ab einer Million Euro werden sogar 20 Prozent fällig. Weitere Informationen gibt es hier: http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2014/09/2014-09-24-PM38.html

Dank der neuen Regeln haben sich die Selbstanzeigen im ersten Halbjahr 2014 mehr als verdoppelt. Wegen des politischen Drucks raten auch mehr und mehr Banken ihren Kunden zu diesem Schritt. Steueroasen wie Irland schließen ebenfalls nach und nach die schlupflöcher.