Sprengstoff-Panne München: Verdächtiger kam in Madrid nie an

Die EU-Innenminister vereinbarten mit ihrer US-Kollegin Janet Napolitano schärfere Kontrollen. In München war weiter unklar, wie ein Mann mit seinem auf Sprengstoff-Sensoren ansprechenden Laptop in den Sicherheitsbereich entwischen konnte.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verlangte, die Sicherheit an Flughäfen komplett auf den Prüfstand zu stellen. Die Panne hatte am Mittwoch stundenlanges Chaos am Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt verursacht.

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Von dem Mann mit dem verdächtigen Laptop fehlt weiter jede Spur. Eine Auswertung von Videoaufnahmen ergab keine Hinweise auf dessen Identität, sagte der zuständige Regierungspräsident von Oberbayern, Christoph Hillenbrand.

Auf dem Video sei zu sehen, dass der Mann an der Kontrolle ohne Eile seinen Mantel und sein Jackett wieder anzog, das Laptop einpackte und ruhig wegging. Es könne also sein, dass er gedacht habe, die Sicherheitskontrolle sei bereits beendet. Nach Angaben der Regierung von Oberbayern sprach der Mann kein Deutsch.

Eine mögliche Spur zu dem Mann nach Spanien hatte sich zerschlagen. In Madrid hatte die Grenzpolizei eine aus München ankommende Maschine ohne Ergebnis überprüft.

Nach der Panne waren mehr als hundert Flüge verspätet oder wurden gestrichen. Tausende Passagieren waren betroffen. "Bis Mitternacht man hat versucht, so viele Verspätungen wie möglich abzuarbeiten", sagte Flughafensprecher Robert Wilhelm. Einige Fluggäste mussten in München übernachten. "Es sind nicht alle Leute weitergekommen."

Vrärgert über den Vorfall zeigte sich Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil. Er forderte eine rasche lückenlose Aufklärung. "So etwas darf an einem Flughafen nicht passieren2, sagte der FDP-Politiker.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wies grundsätzliche Zweifel am deutschen Sicherheitssystem zurück. Schuld an dem Vorfall sei vor allem die Mitarbeiterin der Sicherheitsfirma, sagte er dem Bayerischen Rundfunk.

Personenkontrollen am Münchner Flughafen übernehmen – wie in vielen anderen deutschen Städten – private Firmen.  (SAZ, dpa)

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Foto: Knipserlein (Pixelio)