‘Spiegel’ rächt Lahm und Özil: “Die Spanier sind alle pleite!”

Einen Tag nach der Halbfinal-Pleite gegen Spanien schlägt das deutsche Medien-Imperium zurück. Allen voran der angesehene "Spiegel".

Das Blatt schreibt in seinem Aufmacher auf der Internet-Seite unter der Überschrift "Kicken gegen die Krise": "Spanien erlebt einen Fußballtraum – doch der angeschlagenen Wirtschaft kann die Euphorie nicht helfen, denn die ökonomische Realität ist trist: Das Land kämpft mit den Folgen eines Wirtschaftsrausches, der auf Pump finanziert war. Jetzt droht vielen Familien, dass sie an ihren Schulden ersticken."

Auf einer langen Bilderstrecke werden unfertige Bauvorhaben gezeigt, im Artikel heißt es: "Hunderttausende Spanier können ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen, 200.000 oder mehr Zwangsräumungen könnte es in diesem Jahr geben."

Schuld daran sei unter anderem die ungezügelte Konsumlust der Spanier: Ein Verbraucherschützer wird zitiert: "Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt, wenn es irgendwo das neue iPhone gab oder die neueste Playstation, standen die Leute Schlange."

Fakt ist: Der Spiegel hat im Prinzip recht, Spaniens Allgemeine Zeitung spricht die Probleme seit Jahren an.

Aber ist dies der richtige Zeitpunkt für eine solche Abrechnung mit Deutschlands Urlaubsgastgeber Nummer eins? Es sieht nach schlechtem Verlieren aus – und ist es wahrscheinlich sogar.

Das Blatt versteigt sich gar in die Behauptung: "Selbst in der Halbzeitpause der Kickerpartie am Mittwochabend wurden Deutsche schon einmal gefragt, ob Spanien demnächst aus der Euro-Zone gedrängt werden". Wo diese absurde Szene stattgefunden haben soll, wird freilich nicht erwähnt.

Womit wenigstens für die Iberer bewiesen wäre, was Spanier von den Deutschan halten: "Ihr könnt arbeiten und unser Land aufkaufen. Nett sein könnt ihr aber nicht." (Foto: Alcino/Flickr)

BLOG "El Freunde": Özil, Khedira und Schweini müde, ohne Torres ist Spanien nicht zu schlagen