Spanische Tankstellen schließen: Wir haben keinen Sprit mehr

Die spanischen LKW-Fahrer wollen ihren Streik fortführen, nachdem das heutige Treffen mit der Regierung gescheitert ist. 

Seit Montag protestieren die Fahrer gegen die überhöhten Bezinpreise, weigern sich, Waren an Groß- und Supermärkten auszuliefern, oder die Tankstellen zu versorgen. 

Sie versperren verschiedene Grenzposten nach Frankreich und sind heute mittlerweile zu illegalen Aktivitäten übergegangen.

Autobahnen werden versperrt, Kleintransporter angehalten

Offenbar wollen es die LKW-Fahrer nicht bei einem “einfachen” Streik belassen, sondern hindern jetzt auch andere Personen daran, zur Arbeit zu fahren, indem sie wichtige Autobahnkreuze mit ihren Fahrzeugen blockieren, für bis zu 30 Kilometer lange Staus in der Umgebung von Barcelona und Madrid sorgen, oder auch Kleintransporter daran hindern, ihre Waren auszuliefern.

Meterlange Schlangen an den Tankstellen, leere Regale in Supermärkten

Bereits am Montag registrierten Tankstellen im ganzen Land meterlange Schlangen. In Katalonien sind 50 Prozent der Tankstellen auβer Betrieb. In Madrid haben bisher 15 Prozent der Tankstellen mangels Benzinreserven geschlossen.

Auch in den Supermärkten sind erste leere Regalreihen bemerkbar, vor allem im Frischmilch- und Obstsaftbereich. Die meisten Supermarktketten haben ihre Lager jedoch entsprechend aufgefüllt, um so lange wie möglich die Waren im gewohnten Umfang anbieten zu können.

Markthallen haben seit heute Probleme, mit Fleisch, Gemüse und Fisch beliefert zu werden, viele Stände sind nur dürftig aufgefüllt und werden in den nächsten Tagen wahrscheinlich geschlossen bleiben.

Die Menschen tätigen Hamsterkäufe, obwohl keiner so recht dran glauben mag, dass sich der Streik tatsächlich über mehrere Tage oder gar Wochen hinziehen kann. “Ich kann nur so viel einkaufen, wie in meinen Kühlschrank passt”, beklagen sich eine ältere Dame. “Ohne eine entsprechend groβe Vorratskammer kann man nicht viel mehr einkaufen, als sonst”, so eine junge Familie in Barcelona.

Die streikenden LKW-Fahrer verlangen von Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero, dass sie Diesel ohne Steuern zu einem ermäβigten Preis von 0,98 Euro pro Liter einkaufen können.

Die Regierung hat bereits angekündigt, dass sie Möglichkeiten sieht, noch in dieser Woche ein Abkommen zu unterzeichnen. Das heutige Treffen ist jedoch gescheitert.