Sie hatten eine der größten Protestbewegungen in der jüngeren spanischen Geschichte gebildet.

Ihre Kundgebungen gegen die Arbeitslosigkeit, die Korruption und die Macht der Banken brachten den jungen Demonstranten die Sympathien weiter Teile der Bevölkerung in Spanien ein.

Ihre Protestcamps in den Zentren spanischer Metropolen machten Schlagzeilen in der Weltpresse.

Doch nach gut einer Woche scheint die „spanische Revolution“ wieder von der Bildfläche zu verschwinden. Denn ihr Aufruf zum Wahlboykott am Sonntag verhallte ungehört – die Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen war sogar höher als normal.

Am Ende ist „Democracia Real Ya“ ebenso grandios gescheitert, wie man gestartet war.

In den Protestlagern auf Plätzen wie der Puerta del Sol in Madrid oder der Plaza de Cataluña in Barcelona tummeln sich folglich derzeit nur noch ein paar hundert Unentwegte, die Resonanz in den spanischen Medien ist auf ein Minimum gesunken.

Die Bewegung „Echte Demokratie jetzt!“ ist dennoch sicher, dass die Rebellion nicht im Sande verläuft.

„Die Proteste sind keineswegs am Ende, dies ist erst der Anfang“, versichert ein Sprecher des Madrider Zeltlagers.

Ob es wirklich so kommt? Man wird sehen …