Spanische “Kalender Girls” bleiben auf ihren Exponaten sitzen

Gründlich daneben gegangen ist der Versuch von Müttern eines westspanischen Dorfs, als Modelle eines Pin-up-Kalenders Gelder für ein Freizeitzentrum ihrer Kinder zu sammeln. 

Sie blieben nicht nur auf einem Großteil ihrer Kalender sitzen, sondern sind auch noch bis über beide Ohren verschuldet. 

Wegen monatelanger Außenstände verlangt die Druckerei nun 18.000 Euro von ihnen und droht, das Geld notfalls vor Gericht einzuklagen.

Die Idee war den sieben Müttern aus dem 400 Seelen-Nest Serradilla del Arroyo im vergangenen November gekommen. 

Kurzerhand lichteten sie sich gegenseitig spärlichst bekleidet im Gemeindeschwimmbad, dem Fremdenverkehrsamt und der Bäckerei ab, bastelten daraus einen Kalender und orderten bei einer Druckerei 7000 Stück. 

Lieferschwierigkeiten oder mangelndes Interesse der potentiellen Käufer?

Nach anfänglich großem Interesse liefen ihnen die Kunden wegen enormer Lieferverzögerung davon, wie eine der Frauen, Rosa Garin, der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Gerade mal 1500 Kalender hätten sie für fünf Euro pro Stück verkaufen können, klagte Garin. Zudem habe der Drucker stetig seine Preise erhöht. "Wir waren ein wenig naiv, uns auf die mündliche Vereinbarung zu verlassen".

Doch inzwischen haben sie wieder Hoffnung: Dank der vielen Presseberichte über ihr Schicksal steigt inzwischen wieder die Nachfrage. "Wir hatten schon Anfragen aus ganz Spanien, den USA, Belgien und Kanada", freut sich Garin. 

Sexy Kalender sind "in" – aber nicht immer erfolgreich

1999 hatten erstmals die Frauen eines mittelenglischen Dorfs ihre Hüllen für einen Kalender fallenlassen, um Geld für die Leukämieforschung zu sammeln. Ihre Geschichte wurde in der britisch-amerikanischen Filmkomödie "Kalender Girls" mit Helen Mirren in der Hauptrolle nacherzählt. Seitdem gab es weltweit schon unzählige – auch männliche – Nachahmer. 

Einen riesigen Erfolg feierten im vergangenen Jahr die Feuerwehrmänner aus Bilbao, die einen Kalender gedruckt hatten, um an den Olympischen Spielen der Polizisten und Feuerwehrmänner in Aelaide, Australien, teilnehmen zu können. Ihr Kalender führte zu regelrechten Fangemeinden, und ihr Kalender musste mehrmals neu aufgelegt werden.