Spanische Esskultur – Die 6 Geheimnisse der Mittelmeerdiät

Zutaten der Mittelmeer-Diät auf einem TischDie Mittelmeer-Kost ist vielfältig und ausgewogen, so wird gesund essen nie langweilig. Bildquelle: Foxys Forest Manufacture – 415721434 / Shutterstock.com

Spanier leben im europäischen Durchschnitt mit am längsten. Ein guter Grund also sich ein Vorbild an der spanischen Lebensweise zu nehmen. Vor allem da die nachweislich gesunde Mittelmeerkost auch noch die Grundlage der spanischen Küche ist. Heißt das, wer sich ernährt wie die Spanier lebt gesünder und nimmt auch noch ab? Ganz genau, denn die spanische Esskultur besteht nicht nur aus gesunden Zutaten, sondern auch aus gesunden Essgewohnheiten. Alles darüber können Sie in diesem Beitrag lesen.

Mediterrane Diät – Was ist das Geheimnis?

Warum ist die Mittelmeer-Kost so gesund? Dahinter steckt nicht nur ein Geheimnis, es sind gleich mehrere. Zum einen spielen natürlich gesunde Zutaten eine wichtige Rolle. In Spanien kommt viel frisches Obst und Gemüse auf den Tisch, außerdem frischer Fisch und fast alles wird mit Olivenöl zubereitet. Die Einwohner Spaniens ernähren sich außerdem sehr ausgewogen und nehmen sich ganz bewusst Zeit zum Essen. Gegessen wird also vor allem aus Genuss, das macht die Mediterrane Diät so beliebt. Im Vergleich zu anderen Diäten lässt sich die gesunde Ernährung der Spanier leichter „durchhalten“, da Genussprodukte wie Rotwein fester Bestandteil der Mittelmeerdiät sind.

1. Obst & Gemüse der Saison

Obst und Gemüse sind gesund, das weiß wohl jeder. In Spanien kommen sowohl Obst als auch Gemüse der Saison auf den Tisch. So ist beides garantiert frisch. Wer auf dem Wochenmarkt einkauft, greift ganz automatisch nach saisonalen Früchten und Gemüsesorten. Außerdem ist es zu empfehlen, hauptsächlich regionale Produkte zu kaufen. Diese haben einen kürzeren Transportweg hinter sich, das wirkt sich positiv auf die Umwelt aus und die Waren sind dann oft nicht gespritzt. In Spanien spielt zum Beispiel der Anbau von Zitrusfrüchten in Valencia eine große Rolle. Bananen kommen typischerweise von den Kanarischen Inseln und Pfirsiche aus Calanda.

Mittelmeer-Kost frisch auf dem Markt

Frisches Obst und Gemüse sind ein wichtiger Bestandteil der Mittelmeer-Kost. Bildquelle: Lorenza Marzocchi – 682391074 / Shutterstock.com

2. Proteinreicher Fisch und weißes Fleisch

An dieser Stelle müssen Liebhaber von Steaks stark sein, denn rotes Fleisch steht bei der Mittelmeer-Diät höchstens zwei Mal die Woche auf dem Speiseplan. Lieber werden frischer Fisch und Geflügel zubereitet. Weißes Fleisch ist fettarm und proteinreich zugleich. Fisch ist ein toller Eiweißlieferant und versorgt den Körper außerdem mit Vitaminen und guten Fetten. Typische Fische für Spanien sind zum Beispiel Sardellen, im Baskenland wird viel Kabeljau verarbeitet.

3. Vollwertiges Brot und Reis

Ein Klischee der Südländer ist, dass sie zu jedem Essen Weißbrot als Beilage servieren. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Obwohl auch viel weißes Brot gegessen wird, sind vollwertige Brotsorten ebenfalls fester Bestandteil der Mittelmeer-Kost. Zudem wird es nicht nur als Beilage, sondern auch zum Frühstück gegessen. Solche Brotsorten tragen dazu bei, dass der Blutzucker langsamer ansteigt, was gut für die Verbrennung ist.

In Italien haben sie die Pasta, in Spanien den Reis. Man kennt ihn vor allem in Form der landestypischen Paella. Reis ist ein hervorragender Energielieferant und kann mit frischem Fisch oder Huhn kombiniert werden. Da ist es auch nicht schwer, eine Extraportion Gemüse auf den Teller zu schmuggeln.

Paella ist ein typisches Gericht der Mittelmeer-Diät

Paella kann je nach Geschmack mit Fisch, Fleisch oder vegetarisch zubereitet werden. Bildquelle: martiapunts – 212193184 / Shutterstock.com

4. Adiós Kuhmilch

Milchliebhaber aufgepasst, ab sofort muss nicht vollständig auf Milch verzichtet oder auf Pflanzenmilch umgestellt werden. Allerdings wird im Mittelmeerraum wesentlich mehr Ziegenmilch und Schafmilch verwendet als Kuhmilch. Der Vorteil ist, dass die Milch von Ziegen und Schafen leichter zu verdauen ist. Auch auf Käse muss nicht verzichtet werden, denn es gibt zahlreiche leckere Käsesorten, die nicht aus Kuhmilch hergestellt werden. Zum Beispiel der Manchego-Käse, der auch oft zu Tapas gereicht wird. Er stammt aus der spanischen Stadt La Mancha in Kastilien. Auch Joghurt, Quark und Ähnliches gibt es mit Schafmilch oder Ziegenmilch. Wer sich mit dem Geschmack absolut nicht anfreunden kann, der sollte zumindest auf fettarme Kuhmilch umsteigen.

5. Olivenöl und frische Gewürze

Eines der Geheimnisse der Mittelmer-Diät ist auch das Geheimnis für den guten Geschmack der spanischen Küche – gutes Olivenöl und frische Gewürze. Das Öl versorgt den Körper mit ungesättigten Fettsäuren. Das sind sogenannte gesunde Fette, die sich zum Beispiel positiv auf den Blutcholesterinspiegel auswirken. Spanien gehört zu den führenden Produktionsländern von Olivenöl. Die Spanier können also auf ihr landeseigenes Öl zurückgreifen.

Olivenöl wird für ein Salatdressing verwendet

Gutes Olivenöl schmeckt hervorragend auf einer Scheibe geröstetem Brot und frischen Gewürzen. Bildquelle: DUSAN ZIDAR – 253044214 / Shutterstock.com

Auch viele Gewürze der Mittelmeer-Küche werden in Spanien angebaut und können frisch verarbeitet werden. Thymian, Estragon, Salbei und Fenchel sind ein paar der vielen Gewürze, die es möglich machen, den Salzanteil zu verringern. Das wirkt sich positiv auf unsere Gesundheit aus. Denn zu viel Salz fördert Herz-Kreislauf-Störungen und Bluthochdruck. Frische Zwiebeln und Knoblauch sind ebenfalls sehr gesund und außerdem gut für den Geschmack.

6. Das Essen genießen

Bei den Spaniern ist das Essen nicht nur reine Nahrungsaufnahme, es ist vielmehr ein Anlass zu genießen und gesellig zusammen zu sitzen. Dabei kann man sich ruhig auch ein Glas Rotwein gönnen. Der enthält Antioxidantien, die zur Entgiftung beitragen. In Spanien kommt häufig ein Tempranillo oder eine Cuvée mit Tempranillo als Hauptbestandteil auf den Tisch. Das bekannteste Weinanbaugebiet Spaniens ist wohl das Rioja, Weine aus dieser Gegend werden weltweit verkauft. So kann man seine Mittelmeer-Diät möglichst authentisch gestalten.

La Rioja-Wegweiser auf einem Weinberg

Das spanische Rioja ist ein weltweit bekanntes Weinanbaugebiet im Norden Spaniens. Bildquelle: Gustavo Frazao – 289652036 / Shutterstock.com

Jeder weiß, dass so ein Abend mit Freunden sich über Stunden ziehen kann. Gleiches gilt in Spanien auch für das Essen. Es wird langsam gegessen, weil man sich währenddessen gerne unterhält oder einfach nur genießen möchte. Langsames Kauen ist gesund und fördert das Sättigungsgefühl, es ist also wichtig, sich Zeit zu nehmen. Mails oder Nachrichten checken während des Frühstücks ist bei der Mittelmeer-Diät kontraproduktiv. Außerdem lohnt es sich vorzukochen oder mehr zum Abendessen zuzubereiten. Auf diese Weise kann man Selbstgekochtes zur Arbeit mitnehmen und spart sich den Weg zum Imbiss. So bleibt mehr Zeit zum Essen.

Mittelmeer-Diät im alltäglichen Leben

Einige Diäten erfordern viel Planung und Vorbereitung. Die Mittelmeer-Diät, man sieht es an den Spaniern, kann vergleichsweise leicht in den Alltag integriert werden. Gefrühstückt wird eher wenig, eine Scheibe Brot oder ab und zu ein Croissant, dazu ein Kaffee. Zum Mittag gibt es etwas Vorgekochtes oder Reste vom Vortag und abends wird frisch gekocht und ausgiebig geschlemmt. Gerichte können schnell und ohne viel Aufwand zubereitet werden und passen so auch perfekt in den Alltag Berufstätiger.

Wer sowieso gerne kocht, hat es noch leichter als mancher Kochmuffel. Beim Einkauf auf dem Markt muss nicht lange überlegt werden, welches Obst gerade Saison hat. Die meisten Marktstände bieten saisonale und regionale Ware neben ein bisschen Flug-Ware wie Mangos oder Papayas.

Bevor man seine Ernährung auf Mittelmeer-Kost umstellt, sollte bedacht werden, dass die Diät vor allem der Gesundheit dient und nicht auf Kaloriendefizite abzielt. Wer also schnell viel Gewicht verlieren möchte, für den ist die Mediterrane Diät nichts. Sie fördert vor allem die Gesundheit und ist gut für unser Herz-Kreislauf-System.

Bildquellen:

  • Foxys Forest Manufacture – 415721434 / Shutterstock.com
  • Lorenza Marzocchi – 682391074 / Shutterstock.com
  • martiapunts – 212193184 / Shutterstock.com
  • DUSAN ZIDAR – 253044214 / Shutterstock.com
  • Gustavo Frazao – 289652036 / Shutterstock.com

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