Spanier drei Monate unschuldig im Knast: “Selber schuld”

Wie die Zeitung El País berichtete, war dem Dorfbewohner Juan José P. aus Tomelloso bei einer Reise ins nahe Toledo (Mittelspanien) der Ausweis gestohlen worden. Der Dieb wurde später wegen eines Raubüberfalls gefasst und gab sich als Juan José aus.

Ein Gericht verurteilte den unbescholtenen Dorfbewohner in Abwesenheit zu sechs Monaten Haft. Juan José hatte alle Vorladungen des Gerichts ignoriert, weil er nichts Illegales getan und die Schreiben für einen Irrtum gehalten hatte. Er wurde in Haft genommen und erst 90 Tage später freigelassen, nachdem sein Anwalt das Gericht von seiner Unschuld überzeugt hatte.

Die Justiz kam in einer internen Untersuchung zu dem Ergebnis, dass der Dorfbewohner "aufgrund seines Desinteresses und seiner Passivität" seine irrtümliche Inhaftierung selbst zu verantworten habe.

Demgegenüber betonte der Anwalt, Juan José stamme aus bescheidenen Verhältnissen und habe die Bedeutung der Vorladungen nicht einschätzen können. Das Opfer des Justizirrtums verlangt vom Staat eine Entschädigung von 90.000 Euro. (SAZ, dpa; Foto: El Periodico)

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