Spanien: Zu viele Fiestas auf Pump, Ibex sinkt weiter

Angefeuert wurden die Befürchtungen von Gerüchten,  wonach Spanien die Länder der Eurozone 280 Milliarden Euro Finanzhilfe bitten könnte und die Ratingagentur Fitch eine Herabstufung der Bonität Spaniens erwägen soll.

Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero wies Spekulationen über eine drohende Finanzkrise in Spanien energisch zurück. Er bezeichnete diese als "völligen Wahnsinn".

Am Mittwoch kam der sozialistische Regierungschef erstmals seit eineinhalb Jahren mit dem Oppositionsführer Mariano Rajoy zu einem Krisentreffen zusammen und vereinbarte mit dem Chef der konservativen Volkspartei eine Reform zur Stärkung des spanischen Bankensystems.

Die Märkte konnte das allerdings kaum beruhigen. Die Index Ibex 35 sank bis zum Nachmittag um 2,4 Prozent. Am Vortag hatte die Börse mit einem Minus von 5,4 Prozent den zweitgrößten Einbruch des Jahres erlebt.

Die Reaktion der Anleger und deren Flucht aus Spanien scheinen auf den ersten Blick übertrieben zu sein. Spanien hat zwar ein hohes Budgetdefizit von zuletzt 11,2 Prozent (2009), aber der Schuldenberg des Staates ist mit 53 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) niedriger als die Verschuldung von Staaten wie Deutschland oder Frankreich.

Der Einbruch der Aktienkurse deutet darauf hin, dass es die Finanzwelt Zapatero kaum zutraut, das Schuldenproblem in den Griff zu bekommen. Hinzu kommt, dass nicht nur der Staat verschuldet ist, sondern auch die privaten Haushalte und Unternehmen jahrelang auf Pump gelebt haben. (SAZ, dpa)

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