Spanien will deutsche Kurzarbeit! Reform kostet 740 Millionen

Ein Großteil des Geldes soll dazu dienen, Anreize für mehr unbefristete Verträge in den Unternehmen zu schaffen und die Einstellung von jungen Leuten sowie Langzeitarbeitslosen zu fördern.

"Es handelt sich um eine ausgewogene Initiative, die für die nötige Flexibilität sorgt, ohne die Rechte der Arbeitnehmer zu verletzen", sagte Arbeitsminister Celestino Corbacho am Dienstag im Parlament.

Die Neuregelung sieht unter anderem vor, den Kündigungsschutz zu lockern und die als überhöht geltenden Abfindungen bei Entlassungen zu senken. Im Gegenzug sollen die Unternehmen mehr Festeinstellungen vornehmen. Zudem wird nach deutschem Vorbild das System der Kurzarbeit gefördert.

Das Gesetz war am vergangenen Mittwoch vom Kabinett beschlossen worden, nachdem sich die Tarifparteien nicht auf einen Kompromiss hatten einigen können. Die Gewerkschaften riefen aus Protest für den 29. September zu einem Generalstreik auf.

Nach Angaben der Regierung wird die Reform dazu beitragen, dass bis Ende 2011 fast 2,4 Millionen Arbeitnehmer unbefristete Verträge erhalten.

Die Reform war auch von der Europäischen Kommission und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) angemahnt worden, um das hoch verschuldete Land produktiver und wettbewerbsfähiger zu machen.

Spaniens Arbeitslosenquote ist mit rund 20 Prozent doppelt so hoch wie im Durchschnitt der Euroländer. Der Anteil zeitlich befristeter Verträge liegt bei etwa 30 Prozent. (dpa, SAZ; Foto: SAZ)

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