Spanien-Wetter verrückt: Stürme am Atlantik, Killer-Wellen! “Eisbärin Anana muss drinnen bleiben”

Heftiger Wind und meterhohe Wellen bedrohten am Dienstag weiter Teile der Küste von Wales und Südengland. Vor allem für die Grafschaft Dorset, die schon von tagelangen Stürmen besonders betroffen war, galten weiter Unwetterwarnungen. Teilweise bestand Lebensgefahr, hieß es vom Wetterdienst. An den Atlantikküsten von Portugal und Spanien tobten ebenfalls Stürme – mit Wellen von mehr als zwölf Metern Höhe. Im Norden Spaniens und an der gesamten Küste Portugals gab es beträchtliche Sachschäden.

Die Kaltfront in den USA erreichte am Dienstag auch den Nordosten der Vereinigten Staaten. New York erwartete einen heftigen Temperatursturz. Sogar das sonst sonnenverwöhnte Florida war betroffen.

In Deutschand hingegen zeigt sich der Januar von seiner mildesten Seite. Fast frühlingshafte Temperaturen von 15 Grad sagten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für Mittwoch voraus. Vor den Küsten Großbritanniens, Spaniens und Portugals tobten weiter schwere Stürme und bedrohten Ortschaften.

In den USA leiden mehr als 140 Millionen Amerikaner seit Tagen unter gefühlten Temperaturen von bis zu 40 Grad minus. Die Weltraumbehörde Nasa sagte einen Raketenstart ab. Ursache für die schlimmste Kältewelle seit 20 Jahren ist ein Wetterphänomen, das eiskalte Luft direkt vom Polarkreis nach Nordamerika strömen lässt. Es dehnte sich am Dienstag noch aus.

Die Millionenmetropole New York erwartete binnen 24 Stunden einen dramatischen Temperatursturz von milden zwölf Grad Celsius auf minus 14 Grad. Die Einwohner wurden gewarnt, dass der heftige Frost gepaart mit eisigen Windböen die sogenannte gefühlte Temperatur («Windchill-Faktor») auf minus 31 Grad Celsius sinken lassen könnte. Der viele Schnee, gerade erst teilweise getaut, sollte laut Vorhersage zu einer dicken Eisdecke zusammenfrieren. Selbst der Sonnenstaat Florida blieb nicht verschont.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio kündigte an, Streudienst und Transportbehörden seien auf eine Ausnahmesituation eingestellt. In den Neuengland-Staaten riefen die Behörden die Bevölkerung auf, sich auf beißende Kälte und eisige Windböen vorzubereiten.

Nach dem Luftverkehr traf die Kältewelle auch die Raumfahrt. Wie die Weltraumbehörde Nasa mitteilte, wurde der Start des privaten Raumfrachters «Cygnus» zur Internationalen Raumstation ISS wegen der eisigen Temperaturen um mindestens einen Tag verschoben. Er soll jetzt frühestens am Mittwoch auf dem Weltraumbahnhof der Wallops Flight Facility im US-Staat Virginia abheben.

In Chicago ist es so kalt, dass im Lincoln-Park-Zoo selbst Eisbärin Anana in ihrem Gehege nicht nach draußen darf. Im Gegensatz zu freilebenden Artgenossen habe das Tier für die derzeitigen Minusgrade nicht das geeignete Fettpolster, sagte Zoosprecherin Sharon Dewar dem Nachrichtensender CNN. «In der Wildnis fressen Eisbären Seehunde und eignen sich so eine Fettschicht an.» Im Zoo würden Eisbären aber nicht mit Seehundfleisch gefüttert. Auch andere Tiere müssten drinnen bleiben.

Aussichten USA: Meteorologen gehen davon aus, dass die Kältewelle mindestens bis Mitte der Woche andauern wird – eher bis zum Wochenende.

Aussichten Deutschland: Eine Südwestströmung leitet unablässig milde Luft nach Deutschland. Zwar soll es in der zweiten Wochenhälfte ein wenig kälter werden, aber eine Änderung der Großwetterlage sei frühestens in der nächsten Woche zu erwarten, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit.

Rekorde USA: Der DWD meldete für einige US-Orte in der Nacht zu Dienstag Tiefsttemperaturen: Minnesota minus 34,4 Grad, Montana minus 32,2 Grad, Minneapolis minus 30,6 Grad. Auch die Temperaturen in Chicago fielen auf einen Rekordwert von minus 27 Grad Celsius, wie der US-Fernsehsender CNN meldete. New York werde wahrscheinlich von einem Minusrekord verschont, sagte Pat Maloit vom US-Wetterdienst der «New York Times».