Spanien-Urlauber bei Air Berlin: “Wir wollen nur noch weg hier!”

Tochter Eileen (11) sollte eigentlich in der Schule sein. Glücklich ist sie über den Schulausfall nicht. „Sie hat demnächst eine wichtige Französischarbeit und will nichts verpassen“, sagte van Elsuwege. Eigentlich sollte die Familie längst daheim sein. Nun wartet sie stundenlang darauf, ein Ersatz-Ticket nach Barcelona zu bekommen.

Die Flughäfen auf dem spanischen Festland wurden bereits wieder angeflogen. Von dort aus wollte die Familie sich mit den Kindern weiter mit dem Auto oder dem Zug durchschlagen. „Das Motto lautet: Nur noch runter von der Insel“, sagte Vater Holger.

Ein paar Meter weiter wartete Roman Materka (47) in der Schlange vor dem Air-Berlin-Schalter. Der gebürtige Pole ist selbstständiger Handwerker und ärgerte sich nicht nur über geplatzte Termine in Deutschland. Er wollte am Samstag, dem Tag des polnischen Staatsbegräbnisses, bei seiner Familie in Breslau sein. Am Freitag hätte er schon in Paderborn ankommen sollen. „Wenigstens müssen wir nichts für die Unterkunft zahlen, wir wohnen privat“, erläutert er.

Dagegen reagierten die Rentner Otto und Hanni Will aus Köln völlig entspannt darauf, dass ihr Urlaub wegen der Aschewolke verlängert wurde. Sie saßen mit ihrer Hündin Grete auf einer Bank abseits der Warteschlangen gestresster Urlauber. „Wir machen einfach weiter Ferien“, berichteten sie. „Wir gehen spazieren, genießen das gute Essen und machen Ausflüge. In Deutschland haben wir keine Termine, wir sind doch Pensionäre.“  (dpa, SAZ)

Foto: Air Berlin