Spanien im Zwielicht: “Mega-Arbeitslosigkeit und faule Kredite”

Sie ist erstens aufgrund (relativ zu Billiglohn-Ländern) hoher Löhne und Preise in vielen Bereichen international nicht konkurrenzfähig.

Die Wirtschaft hat daher wenig Wachstumschancen und kaum Hoffnung, von einer Arbeitslosenquote von 20 Prozent – der höchsten in Westeuropa – herunterzukommen.

Zweitens ist in Spanien ebenso wie in Irland eine Immobilienblase geplatzt. Der Bauboom der vergangenen Jahre war zu einem großen Teil mit Krediten von Sparkassen finanziert worden. Niemand kann sagen, in welchem Ausmaß die kleineren Geldinstitute heute auf "faulen Krediten" sitzen, die kaum mehr einzutreiben sind.

"Es reicht nicht aus, nur zu erklären, dass Spanien nicht Irland ist", betonte die Wirtschaftszeitung "Cinco Días". "Man muss dies auch mit Taten beweisen."

Das Konkurrenzblatt "Expansión" listete eine Reihe von Maßnahmen auf, mit denen Spanien das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen könnte. Danach müsste Madrid die Fusion von Sparkassen beschleunigen, den Immobilienmarkt sanieren, die Regionen des Landes zur Haushaltsdisziplin anhalten, eine Rentenreform einleiten und die Schaffung von Arbeitsplätzen fördern.

Nach einer Prognose der EU-Kommission wird Spanien 2011 bei der Neuverschuldung den zugesagten Wert von 6,0 Prozent des BIP voraussichtlich um 0,4 Punkte überschreiten.

Nach den Regeln der Europäischen Währungsunion darf die Neuverschuldung des Gesamtstaates eigentlich nicht über 3 Prozent liegen. Die EU-Behörde erinnerte die Spanier daran, dass sie sich zu weiteren Sparmaßnahmen verpflichtet hatten für den Fall, dass sie ihre Haushaltsziele nicht einhalten können. (SAZ, dpa; Foto: VDEvivienda/Flickr)

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