Spanien: Gewalttätige Männer werden per GPS überwacht

Insgesamt fünf Millionen Euro sollen in ein System fließen, das per GPS überprüft, ob handgreiflich gewordene Männer sich von ihren Frauen oder Ex-Frauen fernhalten, wie Vize-Regierungschefin Maria Teresa de la Vega am Freitag mitteilte. 

Das Überwachungsprogramm solle auf richterliche Anordnung hin von der Polizei eingesetzt werden. Dies könne Leben retten. "Trotz der bereits gemachten Fortschritte besteht die beklagenswerte und schmerzhafte Realität fort, in der Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet werden."

Die sozialdemokratische Regierung von José Luis Rodriguez Zapatero hat den Kampf gegen häusliche Gewalt zu einer ihrer Prioritäten gemacht. So wurden das Strafmaß für gewalttätige Männer erhöht und Notunterkünfte für betroffene Frauen eingerichtet. Zudem erhielten Richter, Polizisten und Ärzte spezielle Schulungen für den Umgang mit Betroffenen. Auch eine öffentliche Anzeigenkampagne gegen häusliche Gewalt finanzierte die Regierung.

Dennoch wurden im vergangenen Jahr 71 Frauen in Spanien von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet. 2008 waren es bislang 58 nach Angaben des Gleichstellungsministeriums. Hilfsorganisationen gehen davon aus, dass bis zu zwei Millionen Frauen in Spanien bereits Opfer von häuslicher Gewalt wurden, jedoch nur rund 30 Prozent ihre Peiniger anzeigten. 

NEWS: Er stach immer wieder zu – Zwei Frauen vom Ex ermordet

NEWS: Häusliche Gewalt: 66-jährige Deutsche in Madrid ermordet 

NEWS: Häusliche Gewalt: Mann wird von der eigenen Frau erstochen