Ein Untersuchungsrichter des höchsten Strafgerichtshofs Audiencia Nacional in Madrid kündigte am Dienstag an, er werde die Vorwürfe von zwei Menschenrechtsorganisationen gegen die Armeeangehörigen prüfen. 

Ermittlungen gegen den früheren Präsident von El Salvador, Alfredo Cristiani, lehnte er jedoch ab. 

Die Menschenrechtsorganisationen hatten ihm vorgeworfen, die Verbrechen der Armee vertuscht zu haben. Am 16. November 1989 hatten Angehörige des Bataillons Atlacatl in San Salvador sechs Jesuiten und zwei Frauen umgebracht.

Zu den Mordopfern zählten auch der damalige Rektor der Universidad Centroamericana (UCA), Ignacio Ellacuría, und dessen Stellvertreter. 

Die meisten Opfer hatten außer der Staatsbürgerschaft von El Salvador auch die von Spanien. Neun Beteiligte an der Gewalttat, die weltweit für Empörung gesorgt hatte, wurden bereits in El Salvador verurteilt.

Die Menschenrechtsorganisationen werfen den Militärangehörigen unter anderem Staatsterrorismus vor. 

Bei ihrem Gesuch stützen sie sich auf die Auffassung der spanischen Justiz, wonach sie Verbrechen gegen die

Menschlichkeit und Völkermord verfolgen kann, egal in welchem Land sie begangen wurden. 

Der amtierende Staatschef Elias Antonio Saca hatte seinen Vorgänger Cristiani in Schutz genommen. Cristiani habe "überhaupt nichts" mit dem Tod der Jesuiten zu tun und werde von seiner Regierung jede Unterstützung erhalten.

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