Sexueller Missbrauch gegen Minderjährige: Legionäre Christi sagen Sorry! “Mehrere Kinder gezeugt”

Der ultrakonservative Orden Legionäre Christi hat sich in deutlichen Worten für den sexuellen Missbrauch durch ihren verstorbenen Gründer Marcial Maciel entschuldigt. «Wir wollen unser Bedauern über den Missbrauch minderjähriger Seminaristen und die unmoralischen Taten mit erwachsenen Männern und Frauen ausdrücken», hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme. «Wir verurteilen dies aufs Schärfste.»

Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle sei unzureichend gewesen, räumte der neu gewählte Generaldirektor Eduardo Robles Gil ein. Der Orden bedauere, den Opfern lange nicht geglaubt und Maciel unkritisch gesehen zu haben.

«Wir können das Vergangene nicht ungeschehen machen. Wir müssen unsere Schlüsse ziehen, bedauern, was passiert ist und auf Gottes Gnade vertrauen», sagte Robles Gil.

Erst am Mittwoch hatten die Vereinten Nationen den Umgang der Katholischen Kirche mit Fällen von Kindesmissbrauch scharf kritisiert. Der Vatikan habe den Ruf der Kirche und den Schutz der Täter immer wieder über die Interessen der Opfer gestellt, hieß es in einem Bericht des UN-Ausschusses für die Rechte des Kindes.

Der mexikanische Priester Maciel soll rund 30 angehende Priester sexuell missbraucht haben und in verschiedenen Ländern mehrere Kinder gezeugt haben. Papst Benedikt XVI. hatte ihn 2006 seiner Ämter enthoben. 2010 räumten die Legionäre Christi die Missbrauchsfälle erstmals ein.

Nach einer Reihe von Untersuchungen ordnete der Vatikan 2010 eine Neuordnung des Ordens an. Die Legionäre Christi verfügen vor allem in Mexiko und Spanien über erheblichen Einfluss.