Sensation! Velázquez lag im Keller, Experten begeistert

Das religiös inspirierte Werk mit dem Titel "La educación de la Virgen" (Die Ausbildung der Jungfrau) war bislang lediglich einem Maler der spanischen Schule zugeordnet worden, wie die Madrider Zeitung El País am Donnerstag berichtete.

Entdeckt wurde das um 1617 entstandene Ölbild von John Marciari, dem für europäische Kunst zuständigen Konservator des Museums von San Diego.

Er ist nach einer eingehenden Analyse überzeugt, dass es sich um ein Frühwerk des Hofmalers von König Philipp IV. handelt. Andere Fachleute teilen seine Meinung. Nach den Worten Marciaris ist es der bedeutendste Fund eines Velázquez-Werkes in mehr als 100 Jahren.

Die endgültige Bestätigung durch unabhängige Kunstexperten steht allerdings noch aus. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Fachleute des Madrider Prado-Museums, das als höchste Autorität in Sachen Velázquez gilt.

Das in Yale entdeckte Gemälde ist stark beschädigt und wird gerade restauriert. Es lag fast unbeachtet mehr als 80 Jahre lang im Keller des Museums der US-Universität. Am oberen Rand fehlen rund 25 Zentimeter der Leinwand, und an einigen Stellen ist die Farbschicht verschwunden.

Velázquez ist einer der meistbewunderten Maler der europäischen Kunstgeschichte. Berühmt wurde der aus Sevilla stammende Barockmeister vor allem dank seiner realistischen Porträts, zu denen "Las Meninas" (1656) oder "Die Spinnerinnen" (1658) zählen. Sie sind wie viele andere seiner Werke im Prado ausgestellt.(dpa, SAZ; Foto: SAZ)

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