Schweinsteiger im Krankenhaus! “Versicherungstechnische Hintergründe”

Nach wochenlanger intensiver Vorbereitung können es Joachim Löw und seine Nationalspieler kaum noch erwarten, dass der Serbe Milorad Mazic das erste Spiel am Montag um 18.00 Uhr MESZ gegen Portugal anpfeift. «Wir können davon ausgehen, dass alle Spieler zu 100 Prozent einsatzfähig sein werden», sagte der Bundestrainer vor dem heißen Duell mit Cristiano Ronaldo und Co. in der Arena Fonte Nova von Salvador. Mit einem Sieg im 100. deutschen WM-Spiel will das Team um Kapitän Philipp Lahm sofort eine Stimmungsrakete zünden, die in der Heimat als auch im WM-Land Brasilien für Aufsehen sorgen soll.

Am dem von vielen Toren und wenig Taktik-Geplänkel geprägten ersten WM-Wochenende machte ein Außenseiter von sich reden. Costa Rica entzauberte Geheimfavorit Uruguay und schürte mit dem 3:1-Sieg die Hoffnung auf das Achtelfinale. Die K.o.-Runde nimmt in der Gruppe D auch Italien nach dem 2:1 gegen England in der Dschungelstadt Manaus ins Visier. Zum Schrecken der «Three Lions» wurde Mario Balotelli mit seinem Siegtor in der 50. Minute. Für die Engländer geht es nun am Donnerstag gegen Uruguay um den Verbleib im Turnier.

Die Fußball-Welt schwärmte von der 5:1-Gala der Niederländer über Titelverteidiger Spanien. «Dieses Spiel wird lange in Erinnerung bleiben, aber sagt eigentlich noch nicht viel. Wir wollen nämlich mehr», verkündete Bayern-Profi Arjen Robben forsch. Den Iberern steht am Mittwoch gegen die mit 3:1 gegen Australien siegreichen Chilenen in der Gruppe B schon ein Endspiel bevor. Erwartete Erfolge gab es zum Auftakt der Gruppe C durch Kolumbien, das Griechenland mit dem 3:0 einen herben Dämpfer versetzte, und die Elfenbeinküste, 2:1-Sieger gegen Japan.

Einen guten Start verzeichnete Schiedsrichter Felix Brych, der die Partie Uruguay-Costa Rica fehlerfrei leitete und gegen den «Uru» Maxi Pereira die erste Rote Karte des Turniers verhängte. «Das war ein richtig starkes WM-Debüt», lobte DFB-Schiedsrichterchef Herbert Fandel den 38 Jahre alten Münchner.

Nur kurzfristig für Aufregung sorgte ein Krankenhausbesuch von Bastian Schweinsteiger. Der Profi des FC Bayern hatte sich am Samstag im Auftrag der FIFA einer gesundheitlichen Untersuchung in Eunopolis unterziehen müssen. Die Untersuchung war im Rahmen eines FIFA-Schutzprogramms angeordnet worden und hatte einen versicherungstechnischen Hintergrund.

Zwei Tage nach seiner Suspendierung durch den Weltverband kündigte Franz Beckenbauer eine schriftliche Antwort auf alle Fragen der Ethikkommission bis zum 27. Juni an. Trotz dieser Zusage könne er aber nicht automatisch mit einem Ende seiner 90-Tage-Sperre rechnen, teilte die FIFA am Sonntag mit. Die Sperre war wegen «mangelnder Kooperation» Beckenbauers bei der Untersuchung der WM-Doppelvergabe an Russland 2018 und Katar 2022 erlassen worden.