Schweinegrippe in Spanien! Regierung bestätigt ersten Fall!

Europa erreicht – und das ausgerechnet im Urlaubsland Spanien.

Die spanische Regierung bestätigte am Montag einen ersten nachgewiesenen Fall des H1N1-Virus in Spanien.

Das Virus wurde bei einem 23-Jährigen nachgewiesen, der kürzlich von einer Reise aus Mexiko zurückgekehrt war. Zudem gibt es in Spanien 20 weitere Schweinegrippe-Verdachtsfälle.

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Verdachtsfälle in Europa wurden auch aus Italien, der Schweiz, Großbritannien, Dänemark und Schweden gemeldet. In Frankreich gaben die Behörden vorerst Entwarnung, vier Schweinegrippe-Verdachtsfälle dort erwiesen sich als harmlose Grippe-Erkrankungen.

Europa-Staatsminister Günter Gloser (SPD) erklärte, in Deutschland bestehe vorerst kein Grund zur Sorge. Die Behörden hätten noch keine Hinweise, dass deutsche Bürger betroffen seien. Eine Reisewarnung für Mexiko gebe es deshalb nicht. Nach Einschätzung von Virologen wird das Virus Deutschland jedoch bald erreichen.

Es gebe aber keinen Grund für Panik, sagte Michael Pfleiderer vom Paul-Ehrlich-Institut im Bayerischen Rundfunk. Normale Hygienemaßnahmen reichten zur Vorbeugung aus. Deutschland sei für den Fall der Fälle gut vorbereitet, erklärte der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Jörg Hacker. Nach Angaben des Bundes-Gesundheitsministeriums sollen auf Flughäfen Merkzettel an USA-, Kanada- und Mexiko-Reisende verteilt werden.

Die Europäische Kommission warnte vor Reisen nach Mexiko und in die USA. Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou riet den EU-Bürgern, auf nicht unbedingt notwendige Reisen in betroffene Regionen zu verzichten. Die Gesundheitsminister der 27 EU-Staaten wollen voraussichtlich am Donnerstag zu einem Krisentreffen zusammenkommen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berief noch für Montag ein Expertentreffen ein, um über eine mögliche Heraufsetzung des weltweiten Grippe-Alarms zu beraten. Derzeit gilt die mittlere Warnstufe drei. Die nächsthöhere Stufe vier würde ein erhöhtes Pandemie-Risiko mit nachgewiesener Virus-Übertragung von Mensch zu Mensch bedeuten.

In Mexiko stieg die Zahl der mutmaßlichen Grippetoten nach Angaben von Gesundheitsminister José Angel Córdova auf 103. Bei zunächst 20 Toten wiesen die Behörden den gefährlichen Schweinegrippen-Erreger A/H1N1 bereits nach. Mehr als 1600 Menschen wurden den Angaben zufolge wegen mutmaßlicher Schweinegrippe medizinisch behandelt.

In der Hauptstadt Mexiko-Stadt waren die Straßen wie leergefegt. Viele Menschen deckten sich mit Schutzmasken und Vorräten an Nahrungsmitteln und Wasser ein, um sich auf einen längeren Aufenthalt zu Hause vorzubereiten. Die Weltbank sagte Mexiko 25 Millionen Dollar (rund 19 Millionen Euro) Soforthilfe für den Kauf medizinischer Ausrüstung zu. Weitere 180 Millionen sollen für mittelfristige Schutzmaßnahmen zur Verfügung stehen.

Der Erreger breitete sich unterdessen auch in weiteren Ländern aus: In den USA gibt es mittlerweile 20 bestätigte Erkrankungsfälle, in Kanada sechs. In Neuseeland wurden zehn Schüler nach der Rückkehr aus Mexiko positiv auf den Grippe-Typ A getestet, nach Angaben des Gesundheitsministeriums handelt es sich vermutlich ebenfalls um das Schweinegrippe-Virus A/H1N1. Weitere Verdachtsfälle gibt es in Israel, Brasilien, Kolumbien und Australien.

Weltweit wurden die Vorsichtsmaßnahmen verschärft. Die USA kündigten an, alle aus infizierten Gebieten kommenden Reisenden zu überprüfen. In Russland werden ab sofort alle Flugzeuge aus Nord- und Südamerika nach der Landung inspiziert. China, Thailand, Indonesien und Russland stoppten den Import von Schweinefleisch aus den USA und Mexiko. Reiseveranstalter wie der deutsche  TUI-Konzern bieten vorerst keine Reisen mehr nach Mexiko-Stadt an. (SAZ/AFP)

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Foto: Tri (Flickr)