Schuster: “Diese Mannschaft kann Geschichte schreiben”

Der Augsburger bekennt darin, dass er heftige Einewöhnungsprobleme bei Real Madrid hatte, vor allem wegen der „aufdringlichen“ Presse. Schuster: „Sie verfolgen dich überall hin, fordern ständig Siege, selbst in der Vorbereitung.“

Auf die Erwiderung, dass er doch wissen musste, was ihn erwartete, konterte Schuster: „Ich war vor vielen Jahren hier als Spieler. Das ist mit der Gegenwart nicht zu vergleichen. Real Madrid ist mittlerweile ein Riesen-Konzern geworden. Und ich habe in der Zwischenzeit in der Zweiten Liga oder bei kleinen Vereinen gearbeitet.“

Ziel des aktuellen Projekts sei es, zusammen mit Präsident Calderón und Sportchef Mijatovic Real Madrid „wieder zu einem Fußballverein zu machen.“ Schuster: „Wir sind dabei, uns auf das zu konzentrieren, wofür wir zuständig sind: Fußball spielen.“ Immer öfter bemerke er, wie auch die Funktionäre im Verein weniger auf die Marketing-Erlöse schauten, sondern sich darum kümmern würden, wie die Mannschaft spielt. Und die Rechnung gehe auf: „Diese Mannschaft kann Geschichte für Real Madrid schreiben“, so Schuster.

Metzelder bleibt auf der Bank

Auf die Frage, welches das beste Spiel in der laufenden Saison gewesen sei, sagte Schuster: „Ohne Zweifel die erste Halbzeit in Valencia, aber auch in Barcelona haben wir einen guten Eindruck hinterlassen.“

Für Christoph Metzelder brachte das Interview keine gute Botschaft: Schuster machte klar, dass seine bevorzugte Abwehrreihe aus Sergio Ramos, Heinze, Cannavaro und Pepe besteht. Zum Portugiesen sagte er: „Es ist barbarisch, 30 Millionen Euro für einen Vorstopper zu zahlen. Aber wenn wir es nicht getan hätten, würde er heute in Manchester spielen. Und er ist sehr gut, schnell, beweglich, ballsicher, kopfballstark. Man darf eben nicht aufs Geld schauen.“

Ein anderer wird sich über Schusters Worte freuen: „Guti wird wieder in die Stammelf zurückkehren“, so Schuster. Und eine Drohung in Richtung Italien sprach der blonde Engel auch noch aus: „Wie ich unseren Präsidenten kenne, wird er nicht eher ruhen, als bis er Kaká verpflichtet hat.“ Mit diesem Versprechen war Calderón ins Amt gewählt worden, bislang zeit ihm der Brasilianer allerdings die kalte Schulter.