Schumi in Jerez und Valencia: “Funktioniert noch alles?”

"Ein generell positives Gefühl" verspüre er bei den exklusiven Testfahrten in Jerez, beteuerte der Formel-1- Rekordweltmeister.

Zwar erschwerte am Mittwoch erneut die nasse Strecke das Trainingsprogramm des Mercedes-Neuzugangs im GP2- Rennwagen, doch der Kerpener raste unbeirrt schon um 9.18 Uhr wieder auf die Piste. "Alles in allem ist natürlich jeder Meter hilfreich", sagte der 41-Jährige.

Unter besonderer Beobachtung steht auf dem Circuito de Jerez vor allem die Nackenpartie des Superstars. "Es gibt immer noch so kleine Muskelkater-Ansätze, die man danach hat, aber das ist völlig normal", erklärte Schumacher.

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Mithilfe einer Spezialmaschine trainiert er längst wieder für die enormen Belastungen in der Formel 1. Die dreitägigen Probefahrten in Spanien sollen weiteren Aufschluss darüber geben, ob die schwere Verletzung nach einem Motorrad-Unfall im vergangenen Februar wirklich völlig ausgeheilt ist.

Noch im vergangenen August war ein Nothilfe-Einsatz bei Ferrari an seinem zu schwer lädierten Nacken gescheitert.

Endgültige Gewissheit über seine Fitness erwartet aber auch der siebenmalige Champion erst nach seinem Test-Debüt im neuen Formel-1- Auto von Mercedes Anfang Februar in Valencia. "Es wird eine Eingewöhnungsphase geben müssen", meinte Schumacher.

Der Rennwagen des GP2-Teams Super Nova, den er in Jerez fährt, kann die Belastungen eines Grand Prix nur in Ansätzen simulieren. "Trotzdem bringt es mir viel, hier zu sein, denn auch wenn man in punkto Fliehkräfte nicht an die Formel 1 herankommt, kann man doch die Kommunikation mit den Ingenieuren und die Sensibilität im Grenzbereich trainieren", sagte Schumacher.

Der Rekord-Weltmeister wird auch in Jerez seinem Ruf als Perfektionist gerecht. Akribisch analysiert er immer wieder seine Runden und das Fahrverhalten des Autos, prüft das Zusammenspiel mit seinen beiden Mercedes-Ingenieuren Andrew Shovlin und Peter Bonnington. "Wie reagiere ich auf verschiedene Veränderungen, wie kommuniziere ich, wie stelle ich gewisse Probleme dar – da können sich meine Jungs jetzt schon ein gewisses Bild machen", beschrieb Schumacher die Routine-Arbeit auf der Rennstrecke.

Nach mehr als drei Jahren Formel-1-Pause holt sich der 91-malige Grand-Prix-Sieger Meter um Meter das Gespür für seinen Sport zurück. "Ich kann die generellen Parameter und Gefühlsbarometer wieder ein bisschen aktivieren und gucken: Funktioniert noch alles?", sagte der Deutsche. Schwer fiel ihm der Schritt zurück ins Cockpit nicht. "Ich habe mich sofort wohl gefühlt." (SAZ, dpa)

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