Das oberste Gericht Spaniens urteilte am Donnerstag nach eigenen Angaben in Madrid, dass die Versicherung der behandelnden Klinik 1,075 Millionen Euro Entschädigung zahlen muss. Der heute 42-jährige Antonio Meño befindet sich seit einer Nasenoperation in einer Privatklinik der spanischen Hauptstadt im Jahr 1989 in einem vegetativen Zustand. Das Gericht hatte im November entschieden, das Verfahren gegen den Anästhesisten der Klinik neu aufzurollen, um einen neuen Zeugen zu berücksichtigen.
 
Der Anästhesist war zunächst wegen „Unvorsichtigkeit“ verurteilt worden, im Berufungsverfahren jedoch freigesprochen worden. Seiner Darstellung zufolge soll Meño keine Luft mehr bekommen haben, als er sich bei einem Wiederbelebungsversuch erbrach. Der Aussage eines neuen Zeugen zufolge, eines bei der Operation anwesenden Medizinstudenten, befand sich der Anästhesist
jedoch außerhalb des OP-Saals, als sich der Schlauch zur Beatmungsmaschine löste. Das Oberste Gericht wertete diese Zeugenaussage als „neue Sicht auf die Fakten“.
 
Meños Eltern, Bäcker im Ruhestand, hatten wegen der Gerichtskosten von 400.000 Euro ihr Haus verkaufen müssen. Aus Protest kampierten sie 16 Monate lang in der Nähe des Justizministeriums in Madrid.