Schadet das Suchmaschinen Gesetz die spanische Wirtschaft?

Im Umkehrschluss hieße das, Suchmaschinen dürfen nur dann Auszüge aus Texten anzeigen, wenn sie dafür eine Gebühr entrichten. Wie hoch diese ausfallen wird, all das regelt künftig das „Gesetz über Geistiges Eigentum“. Verabschiedet wurde das neue Gesetz vom spanischen Parlament und es soll ab Januar 2015 wirksam sein. Gemäß der neuen Reform kommen bei Nichteinhaltung dieser Richtlinien hohe Geldstrafen auf die Suchmaschinenbetreiber zu. In Einzelfällen können die Strafen bis zu 600.000 Euro ausmachen speziell für solche Betreiber, die illegale Downloads bereitstellen.

Meilenstein oder Fluch?

Für Autoren, Verlage und Texter ist das Gesetz ein Meilenstein auf dem Weg hin zu mehr Schutz ihrer eigenen Werke. Für Suchmaschinen bedeutet das einen erheblichen Einschnitt in ihren Wirkungsbereich. Ein Google-Sprecher äußert sich in einem Interview gegenüber der Frankfurter Allgemeine Zeitung enttäuscht: „Wir glauben, dass Dienste wie Google News dazu beitragen, dass die Seiten der Herausgeber mehr Besucher bekommen.“ Und die Verantwortlichen hinter den Suchmaschinen sind nicht die einzigen Kritiker dieser Parlamentsentscheidung. Auch Internetuser zeigen sich besorgt und sehen die Freiheit des Netzes damit gefährdet. Schließlich kann sich das Internet für die Spanier durch solche Entscheidungen nicht öffnen.

Ein Schaden für die spanische Wirtschaft

Wenn Suchergebnisse eingeschränkt werden heißt das für Seitenbetreiber, dass sie mitunter nicht mehr auffindbar sind. Die User bekommen dann nur noch ausgewählte, bezahlte Inhalte präsentiert. Das könnte eine ganze Branche zerstören, denn viele Betreiber sind nicht bereit oder können es sich schlichtweg nicht leisten, die angestrebten Gebühren zu bezahlen. Es bleibt abzuwarten, ob die konservative Volkspartei (PP) die die Verabschiedung des Gesetzes zum Schutz des Geistigen Eigentums“ wirklich ausführlich genug über die Konsequenzen für diesen Sektor nachgedacht hat und welche tatsächlichen Auswirkungen das ab dem nächsten Jahr haben wird.