Denn der bisherige Innenminister hat einen schweren Stand: Die Sozialisten haben in der Wirtschaftskrise massiv an Sympathie beim Wähler verloren.

Am Freitag hatte der 59-jährige stellvertretende Ministerpräsident angekündigt, dass er demnächst seine Regierungsämter niederlegen werde, um sich ganz dem Wahlkampf zu widmen.

Der wegen der schweren Wirtschaftskrise in Spanien angeschlagene amtierende Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hatte bereits vor Monaten angekündigt, dass er nicht für eine dritte Amtszeit zur Verfügung steht.

In einer Grundsatzrede nach seiner Nominierung nannte Rubalcaba als erste Priorität seines Wahlprogramms den Kampf gegen die riesige Arbeitslosigkeit in Spanien – so, als wäre dies bislang unter den Sozialisten nicht der Fall gewesen.

Infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise ist die Arbeitslosenquote im Land auf gut 21 Prozent gestiegen, den höchsten Stand in der Europäischen Union.

Unter den Jugendlichen sind sogar 43 Prozent ohne Job. Um diese Zahlen zu senken, will Rubalcaba, dass die Banken und Sparkassen künftig einen Teil ihrer Gewinne für die Schaffung von Arbeitsplätzen bereitstellen.

Der sozialistische Spitzenkandidat unterstrich die Notwendigkeit, die spanische Wirtschaft zu sanieren und wettbewerbsfähiger zu machen. Als eine der Maßnahmen zur Überwindung der gegenwärtigen Krise schlug er die Wiedereinführung der Vermögenssteuer vor. Diese solle jedoch nicht die Mittelschichten, sondern die reichsten Menschen im Land belasten.

Rubalcaba ist ein sehr erfahrener Politiker, der bereits unter Regierungschef Felipe González (1982-1996) mehrere Ämter bekleidet hatte. Er wird sich dem konservativen Konkurrenten Mariano Rajoy stellen müssen. Dieser gilt in den jüngsten Umfragen als Favorit bei der Parlamentswahl, die für März 2012 vorgesehen ist. Die konservative Opposition fordert allerdings einen früheren Wahltermin.

Die regierende Sozialistische Partei hatte bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Mai dramatische Stimmenverluste erlitten. Viele Spanier werfen der Regierung Zapatero vor, für Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit verantwortlich zu sein oder diese Probleme nicht entschieden in Angriff genommen zu haben.