Royston Drenthe: “Ist Spanien eine Bananenrepublik?”

Auslöser der Debatte ist der Streik des Fußballspieler Royston Drenthe von Hercules Alicante. Wie er sagt, hat man ihn zuletzt im Juli bezahlt, der Club schulde ihm wenigstens 500.000 Euro. Deshalb hatte er zuletzt eine Woche das Training verweigert.

Für Hercules, seine Fans sowie die spanische Sportpresse ist der Streik ein Skandal. "Was", so fragt Marca, immerhin die auflagenstärkste Zeitung Spaniens, "würde wohl passieren, wenn alle Arbeiter und Angestellten in Spanien, denen ihr Boss ein oder mehr Gehälter schuldet, nicht mehr zur Arbeit gingen? Wir wären eine Bananenrepublik!"

Die Feststellung sei erlaubt: Wenn dies tatsächlich so ist – wenn also ein großer Teil der Spanier nicht oder nur unzureichend bezahlt wird -, dann ist Spanien schon jetzt eine Bananenrepublik.

Ist die Zeitung also nur naiv – oder schon reaktionär? Fakt ist: Wenn im kommenden Sommer die Deutschen darüber entscheiden, wohin sie in Urlaub fliegen, ist ihnen egal, ob Royston Drenthe sein Gehalt bezieht oder nicht.

Wichtig ist ihnen dann, ob die Kellner freundlich sind, die Tischdecken gewaschen, das Essen bekömmlich und die Strände sauber sind.

Das ist in Spanien leider nicht immer der Fall. Sollte es daran liegen, dass Arbeiter und Angestellte ihr Geld nicht bekommen, das ihnen zusteht, sollte man in Spanien lieber umdenken, als die Arbeiter, die sich beschweren, zu diffamieren.

Denn sonst bleibt Spanien noch lange eine Bananenrepublik.

In diesem Sinne eine schöne Woche, Euer Wilhelm (Foto: Wikipedia)

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