Rossi: Katalan oder Entlassung

Die Schriftstellerin aus Uruguay war bis Mitte September ständiger Gast in einer Radio-Talkshow auf Radio Catalunya – dann wurde sie entlassen. Grund: Während alle anderen Gäste Katalan sprachen, bediente sich Rossi des Castellano. Das wurde ihr zum Verhängnis. Man stellte sie vor die Wahl: Katalan sprechen oder Entlassung. Weil Rossi, die seit 1972 in Barcelona lebt und arbeitet, Katalan zwar versteht, aber nicht perfekt spricht, wurde sie gefeuert.

Hunderte Schriftsteller, Politiker, Jornalisten, Professoren und Schauspieler, darunter viele Katalan-Sprechende, haben inzwischen einen Protestbrief unterzeichnet, in dem sie den „Sprachen-Terror“ in Katalonien anprangern. Ironie der Geschichte: Rossi hatte 1992 den Preis der Stadt Barcelona für Poesie erhalten, ausgerechnet für ein Werk, in dem sie sich für die Vielfalt der Sprachen stark macht, darunter auch Katalan. Zeit ihres Lebens hatte sie sich für ein friedliches Miteinander von Castellano und Katalan eingesetzt. Das scheint in Barcelona derzeit nicht möglich zu sein.