Red Bull: Vettel träumt von Monte Carlo! “Riskanteste Stadtrundfahrt der Welt”

In den Häuserschluchten von Monte Carlo könnte der immense Motoren-Vorteil der Silberpfeile von Lewis Hamilton und Nico Rosberg eine geringere Rolle spielen – und den bislang machtlosen Verfolgern endlich die Möglichkeit zum Gegenschlag eröffnen. «Nico und Lewis sind keine Nasenbohrer, also sind auch dort wieder die Favoriten gesetzt. Aber wir versuchen natürlich möglichst bald, sie kräftig zu ärgern», sagte Vierfach-Weltmeister Vettel vor dem sechsten Saisonrennen am Sonntag.

55 Punkte Rückstand hat der Titelverteidiger bereits auf den zuletzt viermal siegreichen Spitzenreiter Hamilton, nur drei weniger auf den WM-Zweiten Rosberg. Dazu zickte sein Red Bull bei den zweitägigen Testfahrten in Barcelona schon wieder. Zumindest die Probleme am Chassis sollen endlich behoben sein. Viele Niederlagen gegen das Mercedes-Duo kann sich Vettel nämlich nicht mehr leisten, auch wenn Team-Besitzer Dietrich Mateschitz sagt: «Unmöglich ist es erst, wenn es mathematisch nicht mehr möglich ist.»

Monaco als Wendepunkt – das ist die Hoffnung der abgehängten Serien-Champions von Red Bull und aller anderen ausgehungerten Branchengrößen von Ferrari bis McLaren. Wo, wenn nicht auf dem einzigartigen Kurs im Fürstentum mit der geringsten Durchschnittsgeschwindigkeit des Jahres, sollen die Silberpfeile ausgebremst werden? «Diese Strecke kann dich eiskalt erwischen, wenn du zu stark von dir überzeugt bist», warnte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff vorsorglich und ermahnte sein Team, «mit beiden Beinen fest auf dem Boden» zu bleiben.

Immerhin: Der Werksrennstall und seine Fahrer wissen, wie Monaco geht. In den beiden Vorjahren fuhr jeweils ein Mercedes die schnellste Runde in der immens wichtigen Qualifikation. Rosberg gewann das Rennen in der vergangenen Saison, Hamilton als McLaren-Pilot in seinem Weltmeisterjahr 2008. «Auf dieser Strecke wurden schon viele große Namen zur echten Legende», sagte Hamilton. Mit dem fünften Sieg nacheinander würde der Brite selbst Geschichte schreiben, nur sechs Piloten haben so etwas bislang geschafft.

Doch Teamkollege Rosberg mag nicht länger hinter Hamilton herfahren. Vier zweite Plätze in Serie, das ging dem 28-Jährigen gehörig auf die Nerven. «Es wäre fantastisch, wenn ich bei meinem Heimrennen zurückschlagen könnte. Um das zu erreichen, werde ich mehr denn je angreifen», verkündete der Wahl-Monegasse.