Zinedine Zidane hält die Klappe – und will gewinnen! “Die Gosse hat mich stark gemacht”

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Zinedine Zidane ist nicht nur als Trainer ein gefragter Mann, auch als Persönlichkeit. Für die Zeitschrift GQ gab er jetzt ein langes Interview. Dass seine Umfragewerte in Madrid nach den jüngsten Pleiten in der Liga, wo der FC Barcelona offenbar unaufhaltsam seiner Titelverteidigung entgegen strebt, am Sinken sind, war dabei (noch) kein Thema. Aber mit Zidane kann man ja auch gut über das Grundsätzliche im Leben reden. Zum Beispiel über das Reden an sich.

Der Franzose, seit Januar auf dem Chefsessel bei Real, nachdem er Rafa Benitez beerbt hatte, erklärte: “Als Trainer glaube ich zu wissen, was die Spieler brauchen, um gute Spiele zu absolvieren. Man muss in den Momenten da sein, wenn sie einen wirklich brauchen. Manchmal ist es schon genug, einfach nur in der Nähe zu sein und das Gefühl zu vermitteln, dass man helfen könnte, wenn es nötig wäre. Es ist oft gar nicht nötig, viele Worte zu verlieren, wenn es ein Problem gibt. Manchmal ist die beste Art zu kommunizieren, einfach zu schweigen. Ich glaube, dass ich diese Kunst beherrsche.”

Natürlich weiß der ehemalige Weltfußballer Zidane selbst am besten, dass es am Ende nicht darauf ankommt, die besten Trainingsmethoden zu haben. Oder die besten psychologischen Fähigkeiten. Oder sonst irgendwelche Tugenden. Sondern dass es einzig und allein darauf ankommt, Titel zu gewinnen. Vor allem, wenn man Trainer bei Real Madrid ist. Zidane sagte deshalb schon bei seinem Amtsantritt im Januar: “Wir müssen Titel holen, und zwar so schnell wie möglich.” Jetzt erklärte er: “Ich weiß, was ich will. Das ist schwer zu erreichen, aber ich bin in der Lage, es zu tun.” Mit anderen Worten: Titel gewinnen. Was auch sonst.

“Mein Körper ist nicht mehr der, der er einmal war. Wenn ich ein Spiel mit den Spielern mitmache, oder auch nur für eine Gala, tut mir alles wehr und es dauert ziemlich lange, bis ich mich wieder davon erholt habe…”

Dass die Jahre auch für einen Zinedine Zidane wie im Flug vergehen? Keine News für den Trainer, der immer noch im Training vorneweg läuft und auch sonst kein Gramm Fett am Körper zu viel zeigt: “Mein Körper ist nicht mehr der, der er einmal war. Wenn ich ein Spiel mit den Spielern mitmache, oder auch nur für eine Gala, tut mir alles wehr und es dauert ziemlich lange, bis ich mich wieder davon erholt habe. Aber ich habe kein Problem mit dem Älter werden. Ich hatte zum Beispiel nie ein Problem damit, dass ich meine Haare verloren habe, und ich habe den Eindruck, dass ich mich selbst ganz gut kenne.” Und mit Blick auf seine Herkunft, dem bescheidenen Viertel La Castellane in Marseille, wo vor allem Einwanderer aus Nordafrika lebten, sagte Zidane: “Wenn man von der Straße kommt, wird man stark.”

Das hat ihn auch darauf vorbereitet, außerhalb des Lebens als Fußballer zu reüssieren. Zidane: “Ich hätte noch ein paar Jahre länger spielen können, keine Frage. Aber ich wusste, dass mir das Adrenalin der ganz großen Spiele gefehlt hätte. Deshalb habe ich 2006 die Entscheidung getroffen, mich zurück zu ziehen. Das war wohl weniger hart als irgendwann einmal zu hören: Mein Herr, Ihre Stunde hat geschlagen. So war es besser.”

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