Real Madrid vs. Spanien: Nächster Tiki-Taka-Titel? “Triumph nicht garantiert”

Ob der Weltmeister und zweimalige Europameister in Brasilien erneut triumphiert, ist indes die große Frage. Vicente del Bosque bleibt vor der Fußball-Fiesta gewohnt zurückhaltend. «Unsere Erfolge in der Vergangenheit garantieren keine Triumphe in der Zukunft», sagte der Erfolgstrainer. «Wir müssen bescheiden und wachsam bleiben und dürfen nicht glauben, dass bei der WM irgendetwas leicht wird.»

Spanien hat viel von seiner Strahlkraft und spielerischen Dominanz verloren. Das einst legendäre «Tiki-taka» versetzt kaum noch einen Konkurrenten in Angst und Schrecken. Die Gegner haben sich inzwischen auf die einst schwindelerregende Kurzpass-Kunst eingestellt.

Und Real Madrid, das mit Iker Casillas, Sergio Ramos und Xabi Alonso nur drei Nationalspieler stellt, holte seine zehnte Champions League mit traditionellem Fußball, Konter inklusive.

Hinzu kommt, dass einige der Garanten des Titel-Triples ihren Zenit überschritten oder ihre Karriere beendet haben, andere stecken in einem Formtief. Wenn die «selección» in Brasilien wieder auftrumpfen will, muss vor allem das Mittelfeld um den genialen Ideengeber Xavi an seine alten Glanzzeiten anknüpfen. Für del Bosque ist das brillant besetzte spielerische Zentrum «das Herzstück» seines Systems.

Torhüter-Ikone Iker Casillas darf bei Real Madrid nur in der Champions League und im Pokal spielen. Aber der langjährige Kapitän ist bei del Bosque weiterhin die Nummer 1. «Iker ist nicht nur ein Spieler mit einer brillanten Vergangenheit, sondern auch einer mit einer großen Bedeutung», betonte der Trainer dessen Sonderrolle.

Große Hoffnungen bei der Mega-Mission Titelverteidigung setzen die Spanier auf Diego Costa. Del Bosque berief den Torjäger von Meister Atlético Madrid, obwohl dieser nach einer Oberschenkelverletzung noch nicht völlig fit ist. «Ich denke, es reicht bis zum Gruppenauftakt gegen die Niederlande», versicherte Costa. Der eingebürgerte Brasilianer ist ein klassischer Mittelstürmer. Gut möglich, dass die bei der Euro 2012 heiß diskutierte Frage um einen «echten» oder «falschen Neuner» gar kein Thema wird.