Real Madrid: 20 Millionen Euro für Bale! “Cristiano Ronaldo trifft, Casillas taucht ab”

Die Zweifel am Waliser werden immer größer. Die Zeitung “Marca” schreibt in einem ätzenden Kommentar böse Worte. Demnach sei es weiter unklar, ob Bale einfach nicht mehr drauf habe, oder ob er es wegen weiter anhaltender Anpassungsprobleme nur noch nicht zu hundert Prozent zeigen könne.

Oder ob Bale am Ende nur ein großes Missverständnis sei. “Es könnte sein, dass Real Madrid rund 100 Millionen Euro für einen Spieler gezahlt hat, der nur 20 Millionen wert ist. Man könnte ein Fahrrad zum Preis eines Autos gekauft haben.”

Abseits von CR7

Fakt ist, dass Bale in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel machte, sogar ein Tor schoss. Das aber wurde zu Recht vom Schiedsrichter wegen Abseits von Cristiano Ronaldo, der ihm den Ball mit Kopf auflegte, nicht gewertet. Ansonsten vergab Bale eine Riesenchance, schoss knapp am Pfosten vorbei. Aber knapp vorbei ist eben auch vorbei.

Danach tauchte Bale ab. Zwar übernahm er in der zweiten Halbzeit wichtige defensive Aufgaben. Dafür war er dann in der Attacke kaum mehr zu sehen. Fast sieht es so aus, als könne der als Athlet gerühmte Bale nur eine der beiden Aufgaben – entweder angreifen, oder verteidigen. Beides zusammen wird offenbar kompliziert.

Jesé für Isco

Dass dann auch noch Jesé für Isco eingwechselt wurde, strapazierte die Geduld eines anderen Kommentars in der Marca. “Bale hätte natürlich aus dem Spiel genommen werden müssen, nicht Isco. Denn mit Jese spielte Real dann ein 4-2-4-System, jede Chance auf ein weiteres Tor war damit hinüber.” Tatsächlich hatte Real keine Möglichkeit mehr, den Ausgleich zu erzielen. Marca spöttisch: “Wir wissen auch, dass Jese eine schwere Verletzung hinter sich hat, aber er hat in dieser Saison noch kein gutes Spiel gemacht. Derzeit ist er noch zu schlecht für die Ersatzbank.”

Ein klarer Fehler von Trainer Carlo Ancelotti also? Sergio Ramos verteidigt seinen Coach: “Das war heute eine perfekte Taktik unseres Trainers, wir haben Barca eine Stunde lang klar beherrscht.”

Das Spiel dauert 90 Minuten

Da hatte Ramos sicher recht. Aber die Weisheit, dass ein Spiel länger als eine Stunde dauert, hat sich wohl im königlichen Gedankengebäude verflüchtigt. Bei Barca dagegen ist die Binsenweisheit noch bekannt. Im gleichen Maß, wie Real nachließ, drehte Leo Messi auf. Und die Marca konstatiert: “Real hätte die erste Halbzeit 4-1 gewinnen können, aber Barca die zweite Halbzeit genauso hoch.” Am Ende entschied Luis Suarez, der den Ball an Iker Casillas vorbei ins Tor schob. Ob San Iker dabei zu früh auf die kurze Ecke spekulierte, wird am Montag ebenfalls heiß in Madrid diskutiert. Genauso wie die erste große Chance für Ronaldo, der nur die Latte traf. Zitat Marca: “Es ist schwer zu verstehen, wieso dieser Ball nur an die Latte ging.”

Immerhin kam CR7 mit seinem Tor wieder auf einen Zähler an Leo Messi in der Torjägerliste heran. Messi bleibt bei 32 Treffern, Ronaldo hat jetzt 31. Aber Barca führt nach dem Clásico mit vier Punkten Vorsprung in der Tabelle.