Raúl hatte gerade mit Real Madrid zwei Tore gegen United im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League geschossen. Vor dem Rückspiel sagte Ferguson: "Unsere Hoffnung ist, dass Raúl die Einreise nach England verweigert wird."

Anelka, Ronaldo, Figo, Michael Owen, Cassano, van Nistelrooy, Robinho, Huntelaar, aktuell Cristiano Ronaldo und Benzema: Die Liste der Spieler, die Raúl bei Real Madrid neben sich sah und die ihn verdrängen wollten, ist beeindruckend und lang. Raúl hat sie bislang alle überlebt.

Aber die Luft wird dünner, selbst wenn Raúl in den ersten vier Spielen dieser Saison mit 251 Spielminuten vor Benzema (227) und Higuaín (221) lag und als einziger Stürmer Reals in allen fünf Pflichtspielen eingesetzt wurde.

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Denn gerade unter seinem neuen Trainer Pellegrini ist Raúl keinesfalls auf Rosen gebettet. Dass er am 23. September in Villarreal sein 524. Spiel in der Primera División spielen und mit Real-Legende Sanchís gleichziehen durfte, verdankte er einer Einwechslung. Raúl kam in der 65. Minute für Pipita Higuaín.

Fakt ist: In den ersten vier Spielen der neuen Saison musste Raúl schon zweimal auf der Bank sitzen, das war ihm in der kompletten Saison davor unter den Trainern Bernd Schuster und Juande Ramos nur viermal insgesamt passiert. Raúl diplomatisch: "Ich kämpfe seit 15 Jahren bei Real Madrid um einen Platz, ich werde es weiter tun."

Gegen Teneriffa lief Reals ewiger Torschützenkönig von Anfang an auf, das verlangte schon das Protokoll: Er machte sein 525. Ligaspiel, so oft lief noch keiner für Real in der Primera División auf.

Es war sein 708. Spiel insgesamt für Real, Manolo Sanchís brachte es bislang auf 710. In der Champions-League gegen Marseille wurde er eingewechselt – in Sevilla spielte er Angang Oktober für den verletzten Cristiano Ronaldo und stellte also auch diesen Rekord ein.

Zuvor schon war er in noch höherer Mission unterwegs: Zusammen mit Reals Präsident Florentino Pérez, Spaniens König Juan Carlos und Regierungschef Zapatero trommelte Raúl am 2. Oktober für die Olympischen Spiele 2016 in Madrid. Dieses Spiel hat er verloren, gewonnen hat Rio de Janeiro. Es war nicht die erste Pleite für Raúl.

Seinen fast schon traumatischen Abgang aus der Nationalmannschaft nach der WM in Deutschland hat Raúl wohl oder übel verkraftet. Bei einer Buchvorstellung zugunsten Down-kranker Kinder in Madrid umarmte er vor dem Spiel gegen Villarreal herzlich Natioanalcoach Vicente Del Bosque. Sein Ex-Trainer, der mit Raúl und Real die Champions League Nummer acht und neun holte, sagte: "Mein Sohn meint, ich solle Raúl in die Selección zurückholen." Raúl lachte mit, aber er weiß, dass es wohl nie geschehen wird.

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