Prinzessinnen Cristina und Elena: Ausschluss aus der königlichen Familie?

Die Infantin Cristina könnte im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal um ihren Gatten Iñaki Urdangarín zusammen mit ihrer älteren Schwester Elena (47), Nummer vier der Thronfolge, offiziell aus der königlichen Familie ausgeschlossen werden. Das meldeten die Nachrichtenagentur Europa Press und der staatliche Rundfunk RNE.

Die Infantinnen könnten einen Status wie ihre Tanten Pilar und Margarita erhalten: Die Schwestern des Monarchen sind keine offiziellen Mitglieder des Königshauses und bekommen kein Geld aus der Staatskasse.

Der Zarzuela-Palast dementierte diese Berichte, räumte aber ein, dass Elena und Cristina in letzter Zeit als Repräsentantinnen der Monarchie in den Hintergrund getreten sind. Während die Infantinnen früher mehr als 50 offizielle Termine im Jahr wahrnahmen, sind es jetzt nur noch halb so viele.

Die Krise zwingt in Spanien auch das Königshaus zum Sparen. Es erhielt in diesem Jahr 8,4 Millionen Euro aus dem Staatshaushalt, 5,2 Prozent weniger als 2010. Juan Carlos entscheidet, welchen Anteil davon die einzelnen Mitglieder der königlichen Familie bekommen. Die genaue Aufteilung wird wie ein Staatsgeheimnis behandelt. Der König, Königin Sofía sowie Kronprinz Felipe und Prinzessin Letizia mit ihren Kindern bestreiten ihren Lebensunterhalt allein mit staatlichen Mitteln. Dagegen beziehen Elena sowie Cristina und ihr Mann Urdangarín nur einen Teil ihrer Einkommen aus der Staatskasse und arbeiten zusätzlich in der Privatwirtschaft.

Dieses Modell wird nun durch die angeblichen krummen Geschäfte des königlichen Schwiegersohns infrage gestellt. Cristinas Ehemann, vom Monarchen zum Herzog von Palma de Mallorca ernannt, steht nach den Ermittlungen im Verdacht, als Präsident der gemeinnützigen Stiftung Instituto Nóos zusammen mit einem Partner Millionensummen von den Regionalregierungen auf den Balearen und in Valencia kassiert zu haben. Die Stiftung soll Kongresse zu völlig überhöhten Preisen veranstaltet und fiktive Rechnungen für erfundene Dienstleistungen ausgestellt haben. Einen Teil der Einnahmen soll Urdangarín nach Angaben der Ermittler in eigene Firmen geschleust haben.