Polizei knackt Monster-Netzwerk: 13 Millionen Rechner gehackt

Die mehr als 13 Millionen betroffenen Rechner seien auf 190 Länder verteilt gewesen, erklärten die spanischen Ermittler am Mittwoch in Madrid laut AFP.

Durch die Hackerangriffe seien von den Computern persönliche Daten, insbesondere Kontoinformationen, gestohlen worden. Außerdem seien vermehrt Spam-Mails angekommen. Drei Verdächtige wurden festgenommen.

Zu dem Netzwerk der manipulierten Rechner, das die Ermittler „Mariposa“ („Schmetterling“) nannten, gehörten Rechner von Einzelpersonen, aber auch von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, sagte Polizeileutnant José Antonio Berrocal bei einer Pressekonferenz.

Deutlich mehr als die Hälfte der größten US-Unternehmen und mehr als 40 größere Banken waren nach Polizeiangaben von den Hackerangriffen betroffen.

Auf dem Computer des mutmaßlichen Hauptverantwortlichen für die Angriffe fand die Polizei persönliche Daten von mehr als 800.000 Menschen.

Allein in Spanien sei der 31-Jährige in 200.000 PCs eingedrungen. Es handelte sich den Angaben zufolge um einen schlecht ausgebildeten Kleinkriminellen, der die geklauten Daten an Dritte verkaufte.

Er sei sich des Potenzials der Hacker-Angriffe zum Glück nicht bewusst gewesen, sagte Ermittlungsleiter Juan Salom. Tatsächlich hätte er „angesichts der Zahl der infizierten Computer einen schweren Cyber-Terrorismus-Angriff organisieren“ können.

Dem Hacker und seinen zwei mutmaßlichen Komplizen waren im Mai 2009 Techniker der kanadischen Firma Defence Intelligence auf die Spur gekommen.

Foto: Guardia Civil