Politik? Nein Danke. Spanier mögen lieber Sport

Nur 19 Prozent gaben bei einer Umfrage an, entsprechende Berichte in der Presse zu registrieren, der europäische Schnitt liegt bei 34 Prozent. Dies ermittelte das so genannte Eurobarometer der Europäischen Kommission. Am meisten interessieren sich Dänen, Deutsche und Esten für die Politik – zumindest für die politische Berichterstattung in ihren Medien.

Denn beides ist noch lange nicht dasselbe. Vielleicht sollten die spanischen Medien über die Art und Weise nachdenken, wie sie über Politik berichten? Vielleicht sollten sie die politischen Parteien nicht regelmäßig darin unterstützen, aus jedem nur erdenklichen Thema einen wahlkampftaktischen Streit zu konstruieren – wie zuletzt beim Disput zwischen Venezuelas Präsident Chavez und König Juan Carlos?

Denn beim Sport und auch sonst sind die Spanier ganz europäisch und aufgeklärt: 40 Prozent der Iberer mögen Sportnews, 39 Prozent interessieren sich für Kunst und Kultur, 25 Prozent für Prominente und 23 für wissenschaftliche Themen. Nur die Wirtschaft (18 Prozent) kommt in Spanien schlechter weg als die Politik. Überraschend: Entgegen dem Klischee interessieren sich die Spanier herzlich wenig für ihre Promis. Im europäischen Vergleich liegen sie auf dem vorletzten Platz – basieren die vielen Promi-Sendungen im spanischen Fernsehen auf einer Fehleinschätzung?

Der europäische Schnitt: Sport 40%), Prominente (35%), Politik (34%), Kunst (32%), Wissenschaft (31%) und Wirtschaft (28%).