In Italien, Kanada und Australien sind ähnliche Kampagnen in Planung. Eine Werbeagentur in Australien weigerte sich sogleich, atheistische Plakate aufzuhängen. 

Und während in London 200 Beschwerden beim britischen Werberat eingingen, ging ein Pfarrer in Madrid zum Gegenangriff über und wirbt: "Gott gibt es doch. Genieße das Leben mit Christus."

Die Spanische Union der Atheisten und Freidenker verkündet auf Bussen in Barcelona in lebhaften Farben, es gebe "wahrscheinlich keinen Gott". "

Diese Kampagne richtet sich an die Atheisten, die regelmäßig mit der Hölle und anderen Qualen bedroht werden", sagt Albert Riba von der UAL. "Wir wollen ihnen sagen: Macht Euch keine Sorgen." 

Die Aktion soll je nach Spendenaufkommen auf weitere Städte ausgedehnt werden. Riba glaubt, dass die Debatte überfällig ist in einem Land, in dem sich "ein Fünftel der Bevölkerung als atheistisch bezeichnet". Eine solche Botschaft "wäre vor einigen Jahren noch unmöglich gewesen", schätzt Student Marc an Bord eines "atheistischen" Busses der Linie 14.

Angestoßen hat die theologische Debatte im öffentlichen Nahverkehr die britische Autorin Ariane Sherine – als Reaktion auf düstere Drohungen christlicher Organisationen auf Londoner Bussen. 

Dass sie als Atheistin eines Tages in der Hölle schmoren werde, wollte Sherine nicht unwidersprochen hinnehmen. In kürzester Zeit sammelte sie mit Hilfe der Britischen Humanistischen Vereinigung umgerechnet mehr als 150.000 Euro an Spenden. Damit ließ sie die Botschaft, es gebe keinen Gott, auf 800 Busse und in der Londoner U-Bahn plakatieren.

Konfrontiert mit der Londoner Kampagne ging ein evangelischer Pfarrer in Madrid zum Gegenangriff über. Fuenlabrada Paco Rubiales buchte Bus-Werbeflächen und verkündete: "Gott gibt es doch." Die nötigen 2000 Euro

für die dreimonatige Kampagne kommen nach seinen Worten "ausschließlich aus der Kollekte der Kirchgänger". Ein Rentner in Aluche im Süden Madrids reagiert verärgert auf den Slogan: "Das ist eine Lüge. Gott gibt es nicht. Wenn ich solche Botschaften sehen will, brauche ich doch nur in eine Kirche zu gehen." 

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Im norditalienischen Genua werden Busse ab Anfang Februar folgende Botschaft verkünden: "Die schlechte Nachricht ist, dass es Gott nicht gibt. Die gute Nachricht ist, dass wir ihn nicht brauchen." In Australien und Kanada richteten atheistische Organisationen Websites und Spendenkonten für ähnliche Aktionen ein. Australiens größte Agentur für Außenwerbung, APN Outdoor, lehnte die provokanten Plakate allerdings bereits ab.

Nun hat die Organisation e-christians zu Spenden aufgerufen, um Kampagnen gegen die "gottlosen" Busse zu finanzieren. Und in London reichte eine christliche Lobby-Gruppe Beschwerde beim britischen Werberat ein. Begründung: Für die Nicht-Existenz Gottes gebe es keine Beweise. Dies konterte der britische Humanist Peter Cave mit der Bemerkung: "Ich sehe keine Beweise für Gott, so wie ich auch keine Beweise sehe, dass auf dem Mond Ananasfrüchte herumfliegen."

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