Leipzig (ots) –

Ein Grund zum Feiern: Die Internationale Woche der Plasmaspende fand vom 3. bis 7. Oktober 2022 bereits zum zehnten Mal statt. Die jährliche Aktionswoche hat ein klares Ziel: Über die Plasmaspende und die aus Plasma hergestellten Medikamente aufzuklären. Im Zentrum stehen Patienten, die auf plasmabasierte Arzneimittel angewiesen sind und die großzügigen Beiträge von Plasmaspendern zur Verbesserung des Lebens Erkrankter.

Im Haema Blut- und Plasmaspendezentrum in Berlin-Tegel trafen sich Prof. Dr. med. A. Rembert Koczulla, Experte für Pneumologische Rehabilitation an der Philipps Universität Marburg, Spenderin Christin Schöpkewitz und Spender Christian Pruß sowie Patientin Petra Netzel im Rahmen der Internationalen Woche der Plasmaspende zum Erfahrungsaustausch.

Prof. Koczulla engagiert sich seit Jahren für die Aufklärung über Plasma und die daraus gewonnenen Medikamente und Alpha-1-Antitrypsin-Mangel: „Die Internationale Woche der Plasmaspende ist eine große Chance auf die Bedürfnisse der Patienten mit Alpha-1-Antitrypsin-Mangel aufmerksam zu machen und allen Spendern zu danken. Plasma verbindet uns: die Erkrankten, die auf besondere Medikamente angewiesen sind und die Spender und Spenderinnen, die mit ihrer Spende helfen wollen.“

Alpha-1-Antitrypsin-Mangel

Der Alpha-1-Antitrypsin-Mangel ist eine genetische Erkrankung, die die Leber und/oder die Lunge betreffen kann Hierbei wird ein bestimmtes Protein, das Alpha-1-Antitrypsin, kurz AAT genannt, in der Leber falsch oder in geringer Funktion hergestellt.

Alpha-1-Antitrypsin schützt das Gewebe der Lunge vor einem anderen Protein, der sogenannten neutrophilen Elastase (NE). Diese bindet sich an körperfremde Substanzen und Krankheitserreger (das können Staub, Rauch, Bakterien oder Viren sein, die über die eingeatmete Luft in die Lunge gelangen) und zersetzt sie, um sie aus dem Körper zu entfernen.

Bei Alpha-1-Patienten ist das Gleichgewicht zwischen AAT und NE gestört: weil nicht ausreichend AAT in der Lunge vorhanden ist, kann es die NE nicht kontrollieren. In der Folge kommt es zum Abbau von gesundem Lungengewebe durch Zersetzung der Lungenbläschen. Mit Fortschreiten der Erkrankung bläht sich die Lunge immer weiter auf. Es kommt zur Bildung des sog. Lungenemphysems. Schließlich kann die Sauerstoffversorgung des Körpers nicht mehr in ausreichendem Maß stattfinden. Die Patienten entwickeln unterschiedliche Symptome wie Atemnot, Erschöpfung und eine geringere Belastbarkeit. Sie leiden unter einer zunehmenden Verschlechterung ihrer Lungenfunktion und damit auch ihrer Lebensqualität. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Lungentransplantation erforderlich werden.

Mit aus gespendetem Blutplasma hergestellten Medikamenten kann in den beschriebenen Prozess eingegriffen werden. Durch diese sogenannte Ersatz- oder Substitutionstherapie kann die Zerstörung des Lungengewebes verlangsamt werden, indem das Protein Alpha-1-Antitrypsin durch Infusion verabreicht wird. Das Alpha-1-Antitrypsin stammt aus dem Blut gesunder Spender.

Nach Expertenschätzungen sind in Deutschland ca. 20.000 Menschen an einem Alpha-1-Antitrypsin-Mangel erkrankt. Für eine Ersatztherapie sind 900 Plasmaspenden notwendig, um einen Erkrankten ein Jahr lang mit Medikamenten versorgen zu können.

Patientin bittet um Plasmaspenden

„Ich bin mit einem Alpha-1-Antitrypsin-Mangel geboren worden. Ohne die plasmabasierten Medikamente für eine Substitutionstherapie, die ich seit 11 Jahren nehme, könnte ich mein Leben nicht leben,“ sagt Petra Netzel und bittet im Namen aller Erkrankten um Unterstützung. „Auch wenn es sich um eine seltene Erkrankung handelt, so sind wir Betroffenen alle zusammen doch viele. Bitte spenden Sie Blutplasma.“

Die Haema AG, der größte private Blut- und Plasmaspendedienst in Deutschland, unterstützt die Aktionswoche und die Aufklärung mit einer Vielzahl an Maßnahmen. Dazu gehören das Treffen von Experten, Patienten und Spendern sowie Spenderehrungen, Poster und Plakate, Give-aways für die Spenderinnen und Spender, zum Beispiel ein Selfie-Ring für Smartphones und zahlreiche Social Media-Aktivitäten.

Der für 565 Spenden geehrte Spender Christian Pruß zu seiner Motivation: „Ich gehe seit über 35 Jahren zur Plasmaspende. Warum ich das tue? Ganz einfach: Mit einer Plasmaspende kann man viel bewirken und für mich ist es letztlich ein kleiner Aufwand.“

Hintergrund PPTA

Die Internationale Woche der Plasmaspende (englisch: IPAW – International Plasma Awareness Week) ist eine von der PPTA (Plasma Protein Therapeutics Association; www.pptadeutschland.de) und ihren Mitgliedsunternehmen initiierte Aktionswoche. Sie findet in 2022 zum zehnten Mal statt. Gespendetes Blutplasma ist für die Herstellung bestimmter Medikamente der unerlässliche Grundstoff. Die plasmabasierten Arzneien sind für zahlreiche Patientinnen und Patienten lebensnotwendig. Ohne freiwillige Spenderinnen und Spender ist die Herstellung der Medikamente und somit die Versorgung der Patienten nicht möglich. Die alljährlich stattfindende Internationale Woche der Plasmaspende zeigt diese Zusammenhänge auf und macht auf die Bedeutung von freiwilligen Plasmaspenden aufmerksam.

Plasmabasierte Medikamente werden zur Behandlung von chronischen, genetischen und manchmal lebensbedrohlichen Erkrankungen eingesetzt. Dazu zählen unter anderen Blutgerinnungsstörungen (z. B. Hämophilie), hereditäres Angioödem, chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie, primäre Immundefekte, Alpha-1-Antitrypsin-Mangel und bestimmte seltene neurologische Störungen.

Über Haema

Die Haema AG ist der größte privatwirtschaftliche Blut- und Plasmaspendedienst in Deutschland. Das Unternehmen betreibt bundesweit 41 Blutspendezentren in Bayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Mit jährlich über einer Million gesammelter Blut- und Plasmaspenden leistet Haema einen wichtigen Beitrag zur Versorgung von Krankenhäusern, Kliniken und Blutbanken sowie zur Herstellung blut- und plasmabasierter Medikamente. Haema beschäftigt bundesweit mehr als 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Unternehmenssitz ist in Leipzig, hier befindet sich auch das Blutverarbeitungs- und Logistikzentrum des Unternehmens. Haema ist ein Unternehmen der in Barcelona ansässigen Grifols-Gruppe. Grifols ist ein weltweit führendes Unternehmen der Plasma-Branche. Das bei Haema gesammelte Plasma verarbeitet Grifols zu wichtigen Medikamenten zur Behandlung schwerwiegender, chronischer und lebensbedrohlicher Krankheiten.

Weitere Informationen zu Haema unter: www.haema.de

Pressekontakt:
Britta Diebel
Haema AG
Landsteinerstraße 1
04103 Leipzig
Fon + 49 (0) 341 478 30 16505
Mobil + 49 (0) 151 2155 1092
Email [email protected]
Original-Content von: Haema Blutspendedienst, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots