Stuttgart (ots) –

Am 10. Oktober 2023 luden PSE – Pharma Solutions Europe und 1stLine e.K. bereits zum achten Mal zur jährlichen Fachtagung in das Mövenpick-Airport-Hotel nach Stuttgart. Mit rund 90 Teilnehmern, darunter führende Experten der Branche, versprach die Veranstaltung aktuelle und wegweisende Erkenntnisse. Die hochkarätigen Referenten, darunter der renommierte Fachanwalt für Vergaberecht Dr. Alexander Hübner, Detlef Böhler von der Barmer Krankenversicherung, Apotheken-Inhaber und Consultant Dr. Matthias Kühnle sowie Herr Markus Ohmayer, Dual-Student bei PSE, boten Einblicke in brandaktuelle Entwicklungen innerhalb ihrer Fachgebiete.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Dipl. Betriebswirt (FH) Rainer Aufrecht, Inhaber von PSE – Pharma Solutions Europe, einem seit 16 Jahren im pharmazeutischen Markt etablierten Beratungsunternehmen. Bereits bei der Vorstellung des Tagesablaufs wurde deutlich, dass ein Thema die Veranstaltung besonders prägen sollte: Das am 26. Juli 2023 im Bundesgesetzblatt veröffentlichte Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz (ALBVVG) war in beinahe allen Vorträgen ein zentraler Punkt. So wurden die aus dem ALBVVG resultierenden Herausforderungen im Laufe des Tages aus Sicht der Krankenversicherung, des Vergaberecht-Experten, des abgebenden Apothekers und schließlich der Pharmaindustrie selbst beleuchtet. Weitere Themen waren die Versorgung mit Antibiotika, deren künftige Sonderstellung in Arzneimittelrabattverträgen, die Liefersituation, die aktuelle Lage bei den Herstellern von Ausgangsstoffen, das Abgabeverhalten der Apotheke, die Verträglichkeit mit dem Unionsrecht sowie die Pflicht zur sechsmonatigen Lagerhaltung. Damit lieferten die Expertenvorträge einigen Diskussionsstoff, führten aber letztendlich zu einer gewissen Klarheit – obgleich die Harmonisierung von gesetzlichen Regelungen und politischen Zielen mit den tatsächlichen Praxisbedingungen für alle Beteiligten weiterhin eine Herausforderung darstelle, so Aufrechts Fazit.

Die Vortragsreihe eröffnete Dr. Alexander Hübner, Fachanwalt für Vergaberecht in der Sozietät Haver & Mailänder in Stuttgart. Zum Erstaunen der Teilnehmer gelang es ihm, aufzuzeigen, dass der dokumentierte gesetzgeberische Wille hinter dem ALBVVG nur in eingeschränkter Form im Gesetz selbst zum Ausdruck kommt: Offensichtlich war es der Wille des Gesetzgebers, die Dauer der obligatorischen Bevorratung in EU/EWR grundsätzlich auf drei Monate zu beschränken. Dies „hat sich in der Praxis bewährt“, so der O-Ton des Gesetzgebers. Im nun verbindlich geltenden ALBVVG wurde die Dauer letztendlich auf sechs Monate festgesetzt, was ursprünglich nur für Antibiotika als Sonderfall geplant war.

Detlef Böhler, Leiter des Fachbereichs Arzneimittel bei der Barmer Krankenversicherung, beleuchtete in seinem Vortrag sowohl die inhaltlichen Auswirkungen des ALBVVG auf das operative Handeln der Krankenkasse, als auch die monetären Auswirkungen. Anhand seiner Ausführungen wurde deutlich, dass die politischen Ziele, wenn überhaupt, nur in ferner Zukunft erreicht werden können. Laut Böhler sind wirtschaftspolitische Aktivitäten anstelle marginaler Arzneimittelpreisanpassungen nötig, um Lieferengpässe künftig zu vermeiden und damit eine tatsächlich stabile Lieferkette zu gewährleisten.

Die Sichtweise abgebender Apotheken präsentierte Dr. Matthias Kühnle, selbst Inhaber dreier Apotheken und erfahrener Consultant der pharmazeutischen Industrie. Er gewährte Einblicke in die gegenwärtig größten Herausforderungen, welchen sich die Apotheken in Deutschland gegenüber sehen, darunter Personalmangel, die digitale Transformation, einer seit knapp 20 Jahren ausbleibenden Honoraranpassung und – allen voran – die drastisch verschärfte Lieferengpass-Situation. Dr. Kühnle vermittelte den Teilnehmern ein vollumfängliches Bild über die Auswirkungen des ALBVVG auf den Apothekenalltag und zeigte auf, welche zusätzlichen Freiheitsgrade das ALBVVG den Apotheken im Kontext der Arzneimittelabgabe ermöglichen soll. So erlaubt das Gesetz beispielsweise das Ausweichen auf alternative Packungsgrößen, Mengen oder Wirkstärken, solange das verschriebene Gesamtvolumen des Wirkstoffs nicht überschritten wird. Ebenfalls besprochen wurden Auswirkungen des ALBVVG, wie eingeschränkte Retaxationsmöglichkeiten durch Krankenkassen bei Formfehlern in Verordnungen und den Wegfall von Präqualifizierungsanforderungen für die Belieferung mit Hilfsmitteln.

Ingo Hüser, Inhaber von 1stLine e.K., stellte erstmals den 1stLine Rebate Analyzer© vor, eine web-basierte App in geschützter Umgebung zur automatischen Prüfung von Rabatt-Abrechnungen der Kostenträger. Die App wurde von den täglichen Anforderungen zahlreicher Pharmaunternehmen inspiriert und in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Mittlerweile ermöglicht der 1stLine Rebate Analyzer© die Prüfung von hunderten Verträgen mit weit über 100 verschiedenen Berechnungsformeln – und es werden täglich mehr. Die App ist nicht nur in der Lage, Open-House-Verträge zu prüfen, sondern auch Ausschreibungen für Fertigarzneimittel, Zubereitungen, Pharmazeutika und Biologicals. Die daraus resultierenden Synergien werden genutzt, um den Entwicklungsprozess für die Prüfung weiterer Verträge kontinuierlich zu beschleunigen.

Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierte Markus Ohmayer, Dual-Student im fünften Semester der BWL bei PSE, souverän den Werbeblock. Er führte unter anderem aus, wie PSE pharmazeutische Hersteller vor allem im Hinblick auf Änderungen von Rabattverträgen und Ausschreibungen durch das ALBVVG unterstützen kann.

Die Grundlage für diese erfolgreiche Fachtagung wurde bereits am Vorabend des 10. Oktober gelegt: In der einladenden Kaminlounge des Veranstaltungshotels fand ein exklusives Warm-Up-Dinner mit den Referenten statt. Die begehrten 30 Plätze waren bereits Monate im Voraus vergeben. Hier hatten die Teilnehmer die einzigartige Gelegenheit, bereits im Vorfeld der Veranstaltung in einen anregenden Gedankenaustausch mit den Referenten zu treten. Doch auch während der Fachtagung boten sich zahlreiche Möglichkeiten für wertvolle Gespräche und Diskussionen, in welchen der gemeinsame Wille, innovative Lösungen zu finden und eine bestmögliche Patientenversorgung sicherzustellen, immer wieder spürbar wurde.

Interessenten aus der pharmazeutischen Branche sind herzlich eingeladen, sich für die Teilnahme an künftigen Fachtagungen mit den gastgebenden Unternehmen, PSE – Pharma Solutions Europe und 1stLine e.K., in Verbindung zu setzen.

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PSE – Pharma Solutions Europe ist ein etablierter Spezialanbieter im Bereich Arzneimittelausschreibungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Das Unternehmen unterstützt pharmazeutische Anbieter mit Daten und Serviceleistungen rund um die Themen Market Access, Drug Regulatory Affairs und Tendermanagement. Dabei nimmt PSE eine Perspektive ein, die den Zeitpunkt vor und nach der Vermarktung von Arzneimitteln und Medikamenten gleichermaßen berücksichtigt: Während vor der Vermarktung Leistungen rund um die Arzneimittelzulassung im Fokus stehen, geht es nach der Vermarktung um Themen wie Market Access und die erfolgreiche Teilnahme in einem durch Rabattverträge regulierten Markt.

Weitere Informationen zu PSE – Pharma Solutions Europe sowie zu den angebotenen Services in den Bereichen Market Access, Drug Regulatory Affairs und Tendermanagement finden Sie unter www.pse-team.de.

Pressekontakt:
Carina D. Bukenberger
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Quelle: ots