Bielefeld (ots) –

Ukrainische Geflüchtete suchen Zuflucht in europäischen Nachbarländern – darunter auch Deutschland. Dabei soll insbesondere die Berufsqualifikation von ukrainischen Ärzten und Pflegepersonal in Deutschland schnellstmöglich anerkannt werden. So wollen viele Betriebe den Pflegenotstand in Deutschland überbrücken.

„Das ukrainische Pflegepersonal ist fachlich sehr gut ausgebildet. Die deutsche Pflegebranche sollte es mit offenen Armen empfangen – und sich dafür aktiv einbringen und die Menschen integrieren“, sagt Michael Moskal, Experte für das Recruiting in Pflegeeinrichtungen. Gerne verrät er in diesem Gastbeitrag, wie ukrainische Pflegekräfte schnellstmöglich integriert werden können.

Vorbereitung und Begleitung als Schlüssel zum Erfolg

Viele Fachkräfte haben in der Ukraine bereits eine hochwertige Ausbildung durchlaufen. Sie kennen den Beruf und wissen, welche Aufgaben sie zu erledigen haben. Dennoch kann es schwierig für sie sein, sich in der jetzigen Situation vollends auf den Job zu konzentrieren, sich an die neuen Gegebenheiten in Deutschland zu gewöhnen und sich direkt als echte Verstärkung für ihren Pflegebetrieb zu entwickeln. Viele Geflüchtete benötigen somit eine ausgiebige Vorbereitung auf den Arbeitsalltag – und in diesem eine ständige Begleitung. Die Kollegen, die diese Aufgabe übernehmen und die als Ansprechpartner fungieren, sollten für ihre Tätigkeit mit Zuschlägen belohnt werden.

Die Sprachbarriere gemeinsam überwinden

Dennoch dürfte es für viele Pflegekräfte aus der Ukraine zunächst recht schwierig sein, die deutsche Sprache zu verstehen und sie zu sprechen. Falsch wäre es, sich bei ihnen mit den Mindestanforderungen an den Sprachgebrauch zufriedenzugeben. Vielmehr gilt es, die ukrainischen Kollegen bestmöglich zu fördern. Einerseits, indem ihnen im Berufsalltag bei der Anwendung der Sprache geholfen und darüber hinaus ein Weg aufgezeigt wird, der Schulungen und Qualifikationsmöglichkeiten der deutschen Sprache umfasst. Andererseits, indem den Kollegen aus der Ukraine eine echte Perspektive in dem Pflegebetrieb oder allgemein auf dem deutschen Arbeitsmarkt skizziert wird, je besser sich ihre Sprachkenntnisse entwickeln.

Die Integration so einfach wie möglich gestalten

Erfahrungsgemäß sind es in vielen Pflegeunternehmen aber gerade die ukrainischen Angestellten, die in den ersten Wochen nach ihrer Einstellung zunächst relativ simple Tätigkeiten übernehmen müssen. Das kann für die Betroffenen frustrierend sein – insbesondere dann, wenn sie in der Heimat bereits eine hochwertige Ausbildung genossen haben. Dennoch kann von den Menschen aus der Ukraine nicht verlangt werden, die in Deutschland geltenden tatsächlichen und rechtlichen Anforderungen an den Beruf schon nach wenigen Wochen zu verstehen. Es ist daher verständlich, die neuen Kollegen erst einmal langsam an die Tätigkeit heranzuführen, ihnen ein Kennenlernen des Teams zu ermöglichen und ihnen durch das Erklären aller Besonderheiten auch die Integration zu vereinfachen.

Mentoren mit Migrationshintergrund nutzen

Bereits erwähnt wurde, dass es in jedem Betrieb wenigstens einen Ansprechpartner für die Fachkräfte aus der Ukraine geben sollte. Eine Person also, die mit Rat und Tat aushilft, die jederzeit für die Beantwortung von Fragen bereitsteht und die idealerweise einfühlsam genug ist, auch die besondere Situation der Geflüchteten und die damit verbundenen Sorgen und Nöte zu erkennen. Sinnvoll ist es, wenn dafür ein Mitarbeiter ausgewählt wird, der selbst über einen Migrationshintergrund verfügt, der die Schwierigkeiten der Integration also kennt. Noch besser geeignet wäre natürlich ein Kollege, der die benötigten Sprachkenntnisse besitzt und der somit auch das erste Kennenlernen einfacher gestalten kann.

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