Panik: Streik der LKW-Fahrer führt zu Hamsterkäufen

Nach langen Protesten der europäischen Fischer gegen hohe Treibstoffpreise sind am Montag in Spanien auch die Lastwagenfahrer in einen Streik getreten. 

Mit ihrem unbegrenzten Ausstand sorgten die Kraftfahrer an den spanischen Verkehrsknotenpunkten Madrid, Barcelona und Valencia für erste Blockaden. 

Leere Regale in den Supermäkrten – Zahlreiche Spanier decken sich mit Lebensmitteln ein

Da derzeit auch die Supermärkte von den Blockaden der LKW-Fahrer betroffen sind, konnten die Menschen bereits am Wochenende erste Auswirkungen des Streiks spüren: Leere Regale, die nicht aufgefüllt werden konnten, da die Ware nicht ausgeliefert wird. 

Verstärkt wurde das Phänomen durch die Tatsache, dass die Spanier regelrechte Hamsterkäufe vornahmen. "Man weiss ja nie, wie lange so ein Streik dauert. Da kaufen wir lieber ein wenig mehr ein", gab ein vorsichtiger Familienvater zu bedenken. Wieder andere konnten es kaum fassen: "Dass so etwas im heutigen Spanien noch möglich ist, hätte ich nicht gedacht", platzte ein fassungsloser Rentner heraus.

Tankstellen schließen – "Der Sprit ist alle"

Auch an den Tankstellen merkt man, dass Benzin knapp wird. Meterlange Schlangen zeugen von der Angst der Menschen, ohne Sprit liegen zu bleiben. "Ohne Sprit kommen wir nicht mehr zur Arbeit", erklärte ein Angestellter in Madrid. Mittlerweile sind allein in Katalonien 15 Prozent der Tankstellen nicht mehr ausreichend versorgt und mussten schließen.

Gesperrte Grenzübergänge in Katalonien und im Baskenland

Die zwei wichtigsten Grenzübergänge zwischen Spanien und Frankreich, der Perthus-Pass in Katalonien und Biriatou im Baskenland wurden von streikenden Fahrern für Lkw gesperrt. Der Streik werde in Spanien "massiv und friedlich" befolgt, teilte die Gewerkschaft Fenadismer mit.

Im spanischen Verkehrsministerium wurde am Montag intensiv verhandelt. Die Streikenden verlangen Beihilfen der Regierung, um den Lastwagenfahrern angesichts der hohen Treibstoffpreise unter die Arme zu greifen. Die Tageszeitung "ABC" berichtete, Ziel der Streikbewegung sei eine Blockade der Raffinerien des Landes, die zu einer allgemeinen Treibstoffknappheit führen sollten. 

In den vergangenen Wochen hatten in den südeuropäischen Ländern auch die Fischer aus Protest gegen die Treibstoffpreise gestreikt.