Oscar 2012: The Artist räumt ab! Dujardin erster Franzose mit der Trophäe!

Mit zwölf Nominierungen war die Hommage an das alte Hollywood und den Stummfilm der 30er Jahre an den Start gegangen, letztendlich konnte er in fünf Kategorien den Sieg beanspruchen, darunter die Königssparte bester Film. Auch in dem Bereich beste Regie konnte Michel Hazanavicius niemand das Wasser reichen, ebenso ungeschlagen zeigte sich Jean Dujardin, der mit seinem Oscar-Gewinn zum einen seinem Siegeszug bei der diesjährigen Award-Saison die Krone aufsetzte und zum anderen für einen historischen Moment sorgte: Er ist der erste Franzose, der je einen Oscar gewann.

Bei den Hauptdarstellerinnen konnte sich zum dritten Mal in ihrer Karriere Meryl Streep durchsetzen, die mit ihrer Darstellung von Englands ehemaliger Premierministerin Margaret Thatcher Kinobesucher und Kritiker gleichermaßen verzückte. Sichtlich gerührt nahm die in einer umwerfenden goldenen Robe gekleidete Hollywood-Meisterin, die bereits 17 Mal für einen Oscar nominiert war, den Goldjungen entgegen. Vor einiger Zeit hatte Streep darauf einmal scherzend Bezug genommen: „Ich sitze da jedes Jahr mit einer Rede. Ich habe 14 Reden, die ich nie gehalten habe. Sie sind alle wirklich gut. Eines Tages packe ich sie in ein Buch.“ In diesem Jahr schaffte es die ‚Jenseits von Afrika‘-Darstellerin aufs Podium und setzte sich damit vor ihre Kolleginnen Glenn Close, Michelle Williams, Viola Davis und Rooney Mara.

Bei den Nebendarstellern konnten ebenfalls die Favoriten siegen: Octavia Spencer wurde für ihre Rolle in ‚The Help‘ ausgezeichnet, Christopher Plummer für seine Darstellung in ‚Beginners‘. Plummer wurde vor der Verleihung auf dem roten Teppich nach seinem Samt-Smoking gefragt und zeigte sich bescheiden: „Das ist nur ein alter Smoking, ich habe hunderte davon. Wenn man das Zeug lange genug behält, kommt es irgendwann wieder in Mode“, scherzte der Kanadier, der mit seinen 82 Jahren nun übrigens der bislang älteste Oscar-Preisträger ist.

Und hier die Gewinner der diesjährigen Oscar-Verleihung:

Bester Film: The Artist

Beste Schauspielerin: Meryl Streep, ‚Die Eiserne Lady‘

Bester Schauspieler: Jean Dujardin, ‚The Artist‘

Beste Nebendarstellerin: Octavia Spencer, ‚The Help‘

Bester Nebendarsteller: Christopher Plummer, ‚Beginners‘

Beste Regie: Michel Hazanavicius, ‚The Artist‘

Bestes Originaldrehbuch: Woody Allen, ‚Midnight in Paris‘

Bestes adaptiertes Drehbuch: Alexander Payne, Nat Faxon, Jim Rash, ‚The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten‘

Beste Kameraführung: Robert Richardson, ‚Hugo‘

Bester fremdsprachiger Film: ‚A Separation‘, Iran, Regie: Ashghar Farhad

Bester Dokumentarfilm: Daniel Junge, Sharmeen Obaid-Chinoywin, ‚Saving Face‘

Bester Kurzfilm: Terry George, Oorlagh George, ‚The Shore‘

Bester animierter Kurzfilm: William Joyce, Brandon Oldenburgwin, ‚The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore‘

Bester Original-Song: Bret McKenzie, ‚Man or Muppet‘, ‚The Muppets‘

Beste Filmmusik: Ludovic Bource, ‚The Artist‘

Bester animierter Film: Gore Verbinski, ‚Rango‘

Beste Dokumentation: TJ Martin, Dan Lindsay, Rich Middlemans, ‚Undefeated‘

Bester Sound-Mix: Tom Fleishman, John Midgleywin, ‚Hugo‘

Beste Sound-Bearbeitung: Philip Stockton, Eugene Gearty, ‚Hugo‘

Beste Film-Bearbeitung: Kirk Baxter, Angus Wall, ‚Verblendung‘

Bestes Make-up: Mark Coulier, J. Roy Helland, ‚Die Eiserne Lady‘

Bestes Kostümdesign: Mark Bridges, ‚The Artist‘

Beste Art Direction: Dante Ferretti (Produktionsdesign), Francesca Lo Schiavo (Set-Dekoration), ‚Hugo‘